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Autor: Stefan Wagner | 31.08.2022

Unfall im Homeoffice ist Arbeitsunfall

Kernaussage der Entscheidung: Wer morgens auf dem Weg zur Arbeitsaufnahme vom Bett ins Homeoffice in den eigenen vier Wänden stürzt, steht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung.
Bild: Adobe Stock

Um was geht es in diesem Fall?

Der Weg zum Arbeitsantritt im Homeoffice – mag er noch so kurz sein – Unfallrisiken birgt er dennoch. Ein Arbeitnehmer verunglückte morgens um kurz nach 7:00 Uhr, als er das Bett verließ und auf der Treppe von den Wohn- in die Büroräume stürzte und sich dabei einen Brustwirbeltrümmerbruch zuzog.

Sein heimisches Büro befand sich eine Etage unter seinem Schlafzimmer; üblicherweise beginnt er dort unmittelbar zu arbeiten, ohne vorher zu frühstücken. Die Berufsgenossenschaft wollte nicht zahlen, da kein Arbeitsunfall vorläge.

Der Mann stützte seine Klage auf § 8 Absatz 1 Satz 1 SGB VII, der Arbeitsunfälle definiert: nicht zuletzt in Anbetracht der aktuellen Pandemielage arbeiten viele Menschen von zu Hause aus. Diese dürfen hinsichtlich des Schutzes der gesetzlichen Unfallversicherung nicht schlechter stehen als die Arbeitnehmer im Betrieb.

 

Wie ist die Rechtslage?

Das BSG gab dem Mann nun recht: „Der Kläger hat einen Arbeitsunfall erlitten, als er auf dem morgendlichen Weg in sein häusliches Büro (Homeoffice) stürzte.“  Das Beschreiten der Treppe ins Homeoffice habe allein der erstmaligen Arbeitsaufnahme gedient und sei deshalb als Verrichtung im Interesse des Arbeitgebers als Betriebsweg versichert gewesen.

Dabei verwies das Gericht nicht nur auf § 8 Absatz 1 Satz 1 SGB VII, sondern auch zusätzlich auf die Vorschriften über Telearbeitsplätze in der Arbeitsstättenverordnung.

 

Fundstelle: Bundessozialgericht (BSG), Urteil vom 08.12.2021, Az.: B 2 U 4/21 R