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Autor: Hartmut Fischer | 15.06.2022

Ein Verein für jeden?

Ein Verein versteht sich fast immer als eine Einrichtung, zu der jeder Zugang hat. Doch stimmt das in der Praxis? In diesem Beitrag wollen wir uns mit dem Thema der „Barrierefreiheit“ befassen. Damit meint man die Möglichkeit, dass auch Mitmenschen mit körperlichen Handicaps am Vereinsleben und an Vereinsveranstaltungen teilnehmen können.
Bild: Mauritius

Man achtet immer mehr darauf

Das Thema „Barrierefreiheit“ ist inzwischen auch in einer breiten Öffentlichkeit angekommen. Man nimmt es deshalb sehr positiv zur Kenntnis, wenn sich ein Verein darum bemüht, auch Menschen mit Einschränkungen den Zugang zum Verein zu ermöglichen.

Ein Ziel, das man nicht erreichen kann

100 Prozent barrierefrei wird man die Vereinseinrichtungen nicht gestalten können. Doch man kann immer daran arbeiten. So sollte man bei allen neu geplanten Projekten daran denken, wo Probleme für Menschen mit Handicaps auftreten und ob man diese Probleme beseitigen oder zumindest eingrenzen kann.

Betroffene als Berater

Für Menschen, die keine Einschränkungen hinnehmen müssen, ist es nicht immer einfach, zu erkennen, wo Probleme für Menschen mit Handicaps auftreten. Die beste Lösung ist es, Betroffene mit ins Boot zu nehmen und mit ihnen gemeinsam Wege zu suchen, wie man diesen Menschen den Zugang zu Vereinsveranstaltungen zumindest erleichtern kann.

 

Welche Gruppen gibt es?

Im Zentrum der Betrachtungen stehen bei der Barrierefreiheit Menschen mit

  • körperlichen Einschränkungen (z. B. Rollstuhlfahrer)
  • Sehbehinderungen beziehungsweise blinde Mitmenschen
  • Schäden des Gehörs bis zur Taubheit
  • Lern- oder Sprachproblemen.

 

Was man tun kann

Schon kleine Stufen oder Absätze können für einen Rollstuhlfahrer unüberwindbare Hindernisse darstellen. Beispielsweise die Schiene einer Schiebetür oder ein Absatz von wenigen Zentimetern. Hier kann man mit beweglichen Barrieren Abhilfe schaffen.

Bei Veranstaltungen sollte der Eingangsbereich breit genug sein, sodass der Rollstuhlfahrer problemlos hindurchkommt. Ein besonderes Problem stellen häufig Toiletten dar, die für Rollstuhlfahrer oft zu schmale Türen haben. Bei der Auswahl von Veranstaltungsorten sollte deshalb auch darauf geachtet werden, dass man dort über behindertengerechte Sanitäreinrichtungen verfügt.

Wenn die Bestuhlung für eine Veranstaltung geplant wird, sollte man auch Plätze für Rollstuhlfahrer vorsehen.

Bei Sehbehinderten wird oft die sogenannte Farbschwäche unterschätzt. Menschen, die hierunter leiden, können Farben nur schwer bis gar nicht unterscheiden. Darum sollten Hinweise nicht durch einfache Farbtafeln gegeben werden. Ein Mensch mit extremer Rot-Grün-Schwäche kann beispielsweise nicht erkennen, dass ein Weg gesperrt ist, wenn dort nur eine rote Scheibe angebracht wird. Darum sollte darauf zumindest noch ein X abgebildet werden.

Gehörgeschädigte beziehungsweise Gehörlose haben es besonders schwer. Ihnen zu helfen stellt allerdings eine Herausforderung dar. Für eine Mitgliederversammlung sollte man deshalb auch einen Gebärdendolmetscher organisieren. Es gibt auch Geräte, die das gesprochene Wort auf einem Laufband visualisieren. Diese Geräte sind allerdings sehr teuer.

Unterschätzt wird auch die Zahl der Menschen, die Lern- beziehungsweise Sprachprobleme haben. Geschriebener Text ist für sie nur schwer bis gar nicht zu verstehen. Darum sollte man bei Hinweistafeln immer auf einfache Piktogramme zurückgreifen. Bei wichtigen Texten (Vorträgen) sollte man auch eine Version in „einfacher Sprache“ anbieten können.