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Autor: Hartmut Fischer |09.02.2022

Mitgliederwerbung während der Pandemie

Corona zwingt die Vereine, ihre Arbeit nahezu komplett einzustellen. Dennoch laufen die Kosten weiter und die Einnahmen über Mitgliedsbeiträge werden immer wichtiger. Darum sollte man auch jetzt weiter nach neuen Mitgliedern suchen. Doch wie findet man Interessenten und überzeugt sie, in diesen Zeiten einem Verein beizutreten?
Bild: Mauritius

Vorhandene Kontakte ausbauen

In „normalen Zeiten“ gewinnt man die meisten Mitglieder über Veranstaltungen des Vereins oder Aktionen, bei denen man einen direkten Kontakt mit potenziellen Interessenten aufnimmt. Dies ist derzeit nicht möglich. Darum müssen Sie jetzt die vorhandenen Kontakte nutzen, um hierüber weitere Personen zu erreichen, die eventuell dem Verein beitreten würden.

An erster Stelle stehen hier die eigenen Mitglieder. Mit ihnen halten Sie über die verschiedenen elektronischen Kanäle (WhatsApp, Skype, Teams usw.) Kontakt.

Natürlich kommunizieren Ihre Mitglieder auf ähnlichen Wegen auch mit ihrem Freundes- und Bekanntenkreis. Rufen Sie deshalb dazu auf, dass die Mitglieder ihren Verein Freunden, Verwandten und Bekannten vorstellen und aktiv um neue Mitglieder werben.

Zur Unterstützung der „Werber“ stehen natürlich die Online- Medien des Vereins (Homepage, Facebook, Instagram usw.) zur Verfügung. Doch die Menschen bevorzugen es immer noch, etwas in Händen zu halten. Darum sollten Sie ein Werbeblatt erstellen, das als PDF-Dokument an die Mitglieder verschickt wird. Diese können dann das Blatt auch an Interessenten verschicken.

Es sollte sich hier aber wirklich nur um ein Blatt handeln. Die wichtigsten Informationen lesefreundlich aufbereitet und eine klare Aussage, warum jemand Mitglied in Ihrem Verein werden sollte, reicht vollkommen aus. Bedenken Sie, dass diese Information „druckerfreundlich“ gestaltet werden und aber gleichzeitig auch am Monitor einen guten Eindruck machen muss.

Fragen Sie Ihre Mitglieder, ob als Kontakt die E-Mail-Adresse des Mitglieds verwandt werden darf. Das erhöht zwar den Aufwand, da die Adresse für jedes Mitglied neu im Blatt eingesetzt werden muss. Auf der anderen Seite spielt aber hier der persönliche Kontakt zwischen dem Mitglied und dem Interessenten eine so wichtige Rolle, dass die Wahrscheinlichkeit einer neuen Mitgliedschaft steigt, wenn diese gegenüber dem Freund oder Bekannten erklärt wird.

 

Die Online-Medien nutzen

Über die Bedeutung der Online-Medien für den Verein haben wir an dieser Stelle schon oft berichtet. Für die Mitgliederwerbung in Pandemiezeiten sind sie unverzichtbar. Jetzt ist es ganz besonders wichtig, dass möglichst häufig auf diesen Medien berichtet wird. Im Rahmen der Berichte sollte dann immer auch darauf hingewiesen werden, wie man möglichst schnell und einfach Mitglied im Verein werden kann.

Häufig fällt es den Verantwortlichen im Verein schwer, Themen für Beiträge zu finden. Man ist gewohnt, über das aktuelle Vereinsgeschehen zu berichten. Doch es gibt auch andere Themen, die interessant sind und gerne gelesen werden. So kann man beispielsweise über große Erfolge oder spektakuläre Aktionen in der Vergangenheit berichten. Sportvereine bieten häufig auch Trainingseinheiten online an. Diese sollten auch Nichtmitgliedern zur Verfügung stehen. Die moderne Technik macht es auch möglich, kleine Interviews zu produzieren und online zu stellen.

Derzeit sind viele Internetbesucher auch bereit, länger als sonst üblich auf den Vereinsseiten zu verweilen. Diese Chance sollte man auf jeden Fall nutzen. Wichtig ist dabei, dass der Besucher über einen Link oder Button die Möglichkeit erhält, weitere Vereinsinformationen zu erhalten. Natürlich befindet sich auf dieser Informationsseite auch ein Aufnahmeantrag zum Ausdrucken.

 

Printmedien nutzen

Gerade die lokalen und regionalen Zeitungen haben im Moment große Probleme,  Beiträge für ihre Ausgaben zu finden. Deshalb können Sie jetzt auch Themen unterbringen, die sonst keine Chance gehabt hätten.

Haben Sie den Mut und starten Sie jetzt eine Aktion „Corona zum Trotz – wir werden mehr“. Verfassen Sie hierzu einen Presseartikel, der ausnahmsweise auch mal etwas länger sein darf als sonst üblich. Streifen Sie dabei die Geschichte des Vereins und stellen Sie einige Highlights vor. Besonders dankbar werden Ihnen die Redakteure sein, wenn sie auch entsprechendes Bildmaterial zur Verfügung stellen können. Achten Sie aber darauf, dass dadurch keine Urheberrechte verletzt werden.

Verknüpfen Sie diese Mitgliederwerbung mit einem originellen Anreiz. Ein Sportverein könnte zum Beispiel versprechen, dass der erste Vorsitzende für jedes neue Mitglied zehn Liegestütze machen würde. Das Einlösen dieser Wette würde dann auf der Internetseite des Vereins bzw. auf den Social Media-Plattformen, auf denen der Verein vertreten ist, live übertragen. Das hat für Ihren Verein den zusätzlichen Effekt, dass die eigenen Online-Medien noch bekannter werden.

 

Die eigenen Mitglieder nicht vergessen

Mindestens genauso wichtig, wie die Werbung neuer Mitglieder ist jetzt aber auch, den bestehenden Mitgliederbestand bei der Stange zu halten. Insbesondere der „harte Kern“, der sich in der Vergangenheit für den Verein eingesetzt hat, muss intensiv betreut werden.

Diesen Mitgliedern fehlen der Verein und die Gemeinschaft ganz besonders. Werden sie jetzt allein gelassen, ist zu befürchten, dass sie sich in der „Nach-Corona-Zeit“ nicht mehr so stark für den Verein einsetzen werden – wenn sie den Verein nicht sogar enttäuscht verlassen.