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Autor: Hartmut Fischer | 15.10.2020

Hilfe in Corona-Zeiten

Corona sorgt dafür, dass in der Vereinskasse nicht nur Ebbe ist. In vielen Fällen ist sie „trocken gefahren“. Deshalb sollte man alle Möglichkeiten ausschöpfen, die Vereinen angeboten werden, um den Ehrenamtlern über diese schwierige Zeit hinwegzuhelfen. Genauso wichtig ist es aber, die Anträge auch so zu stellen, dass sie nicht zum Bumerang werden.
Bild: AdobeStock_Inc.

Wo bekommt man Hilfe?
Den meisten Vereinsvorständen dürften die Programme des Bundes bekannt sein. Inzwischen haben auch die Bundesländer teilweise Programme aufgelegt, mit denen die Vereine unterstützt werden. Darüber hinaus bieten auch eine ganze Reihe von Institutionen – beispielsweise Sparkassen und Genossenschaftsbanken – finanzielle Hilfen an.

Auf der Suche nach Zuschüssen und Förderprogrammen ist der Verband immer der erste Ansprechpartner. Einige Verbände haben sogar eigene Servicestellen eingerichtet, an die man sich wenden kann. Auf den Internetseiten des Verbandes dürfte man auch fündig werden. Wichtig ist hier, dass man nicht nur nach
„Corona-Hilfen“ sucht. Wird beispielsweise die Pandemie genutzt, um das Clubheim zu renovieren, kann es hier auch Förderungen geben, die nicht in Zusammenhang mit der Pandemie stehen.

Ein weiterer, wichtiger Ansprechpartner sind die Bürgerbüros der Kommunen. Gerade die Städte und Gemeinden sind daran interessiert, dass ihre Vereinslandschaften intakt bleiben, da hier viele Aufgaben im sozialen, kulturellen und sportlichen Bereich ehrenamtlich übernommen werden, die sonst den Haushalt
zusätzlich – in einem beträchtlichen Maße – belasten würden.

Natürlich lohnt es sich auch im Internet zu stöbern. Hier sind nicht nur die Seiten des Bundes und der Länder interessant. Es gibt auch eine ganze Reihe von privaten Initiativen, die man hier findet. Beispielsweise „WeKickCorona“ (wekickcorona.com). Hier handelt es sich um eine Initiative von einigen hundert Profisportlern, die mit ihrer Aktion karitativen Einrichtungen helfen wollen. Hier wurden bereits über fünf Millionen Euro gesammelt.

 

Den Antrag vorbereiten
In fast allen Fällen findet man die Antragsunterlagen im Internet. Laden Sie sich die Unterlagen herunter und lesen Sie diese sehr genau durch. Es ist manchmal verführerisch, die Anträge wunschgemäß nach den Bewilligungskriterien „anzupassen“. Bitte tun Sie das nicht. Wer hier Angaben macht, die er später nicht belegen kann, macht sich unter Umständen des Subventionsbetruges strafbar. Stellt sich heraus, dass dem Verein die Gelder nicht zustanden, muss er diese zurückzahlen, was die finanzielle Situation letztlich nur noch verschlimmert. Hinzu kommt, dass der Subventionsbetrug mit Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren geahndet werden kann (§ 264 StGB).

Deshalb sollte man auch schon vor der Antragstellung alle Unterlagen zusammenstellen, mit denen man die gemachten Angaben belegen kann. Kopien dieser Unterlagen sollten zusammen mit einer Antragskopie abgeheftet und jederzeit verfügbar sein.

 

Den Antrag stellen
Sie können sich sicher vorstellen, dass die Förderer mit Anträgen überhäuft werden. Um die Prüfung – auch im Sinne der Antragsteller – möglichst schnell abzuwickeln, werden deshalb meist Anträge, die unvollständig ausgefüllt wurden, sofort abgelehnt. Ob man die Chance bekommt, fehlende Informationen
nachzuliefern oder einen erneuten Antrag zu stellen, ist unterschiedlich geregelt. In einigen Fällen werden sie über die Ablehnung nicht informiert. Deshalb sollte der Antrag ganz genau gelesen und vollständig ausgefüllt werden. Bevor er gestellt wird, sollten ihn noch andere Vorstandskollegen gegenlesen. Das Gleiche gilt für etwaig verlangte Unterlagen. Häufig werden beispielsweise nicht mehr aktuelle Steuerbescheide beigefügt, was sofort bedeutet, dass der Antrag „durchgefallen“ ist.

 

Der Antrag ist gestellt
Häufig machen Vereine den Fehler, dass sie beantragte Gelder bereits fest einplanen oder sogar im Vertrauen auf den Zuschuss bereits ausgeben. Doch das ist gefährlich. Auch wenn Sie alles äußerst sorgfältig ausgefüllt und alle verlangten Unterlagen beigefügt haben, heißt das noch nicht, dass Sie auch
tatsächlich Fördermittel erhalten.

Insbesondere die Hilfen von Bund und Ländern sind gedeckelt. Wenn also eine bestimmte Summe verbraucht ist, erhalten Vereine kein Geld mehr – auch wenn sie alle Kriterien des Antrags erfüllen. Aber selbst, wenn noch Geld im Topf ist, kann es interne Vergaberegeln geben, die Sie nicht kennen und die dazu
führen, dass Ihr Verein keine Förderung erhält. Also bitte erst Geld ausgeben, wenn es auf dem Vereinskonto eingegangen ist.

 

Das Geld ist da
Wenn das Konto den Zuschuss ausweist, ist die Freude groß. Aber Vorsicht. Bevor Sie jetzt irgendwelche Rechnungen bezahlen, prüfen Sie, ob diese überhaupt durch Fördermittel beglichen werden dürfen. Denn meist sind die Zuschüsse für bestimmte Zahlungen zweckgebunden. Bezahlen Sie andere Verbindlichkeiten damit, kann das bei einer Prüfung großen Ärger geben.

Deshalb sollten auch die mit Fördermitteln bezahlten Rechnungen ebenfalls kopiert werden und in der Akte mit dem Antrag und den ergänzenden Unterlagen abgeheftet werden. So kann man schnell reagieren, wenn verlangt wird, die Verwendung nachzuweisen. Und seien Sie sich sicher: Die Prüfung kommt
bestimmt.