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Autor: Prof. Gerhard Geckle | 15.09.2020

Krankmeldung auch durch Videosprechstunde möglich!

Im Vereinssektor gibt es wegen Corona-Vorgaben immer häufiger Videokonferenzen, etwa für den Vorstandsbereich, für anstehende Mitgliederversammlungen.
Bild: PhotoDisc Inc

Bei Erkrankungen musste im Regelfall die Arbeitsunfähigkeit von betroffenen Arbeitnehmern die Arbeitsunfähigkeit über einen persönlichen Arztbesuch festgestellt werden, zu Hause oder in der Arztpraxis.

Nun geht es auch unabhängig vom Pandemiegeschehen über Bildschirm mit dem persönlichen Arztgespräch. Vorausgesetzt, die Krankschreibung erfolgt dann über eine Videosprechstunde mit der dem Erkrankten bereits bekannten/vertrauten Arztpraxis und die Erkrankung lässt dies aus der Ferne überhaupt über die Untersuchung fachlich/medizinisch so zu.

Bei erstmaliger Arbeitsunfähigkeit ist diese für den Verein oder andere Arbeitgeber erforderliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nur längstens für sieben Tage möglich. Folgebescheinigung allerdings nur dann per Video, wenn zuvor die persönliche nicht Video-Erstuntersuchung durch den Arzt stattgefunden hat.

Es gibt allerdings keinen Anspruch auf Videountersuchung gegenüber dem behandelnden Arzt. 

Dieser neue elektronische Weg des Krankschreibens geht nicht etwa auch bei anderen Abfragen, etwa bei vorbereiteten Online-Fragebogenaktionen oder per Telefongespräch u. Ä.

Quelle: Anpassung der Arbeitsunfähigkeitsrichtlinie durch den sogenannten Gemeinsamen Bundesausschuss, Bekanntmachung im Bundesanzeiger erfolgt.

 

Hinweis: Der Bundesausschuss hat mit Änderung der Ärzteberufsordnungen auch weitere relevante Beschlüsse gefasst. Ab 01.01.2021 folgt nun die zulässige elektronische Übermittlung der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vom Arzt zur Krankenkasse. Für Vereine in ihrer Arbeitgeberstellung ist die Vorgabe zu beachten, dass sich eigene Arbeitnehmer sogar abweichend von der gesetzlichen Regelung im sogenannten Pflegezeitgesetz auf eine kurzzeitige Arbeitsverhinderung berufen können.

Wenn ein pflegebedürftiger naher Angehöriger des Beschäftigten wegen einer akut eingetretenen Pflegesituation der Arbeitnehmer selbst persönlich gefordert ist, besteht ein Anspruch von bis zu zehn Tagen Fernbleibens von der Arbeitsstelle. Vereine sollten darauf achten und Mitarbeiter gegebenenfalls informieren, dass es dafür für das mögliche Fernbleiben das Pflegeunterstützungsgeld als Lohnersatzleistung gibt.