Content Portlet (für Detailseite)

Eigene Texte anzeigen (Nur Detailseite)

Autor: Prof. Gerhard Geckle | 02.07.2020

Verein als Arbeitgeber – aufpassen bei Aushilfen!

Vereine/Verbände und viele weitere Organisationen nutzen häufig die Möglichkeit, sich mit Aushilfen weiterzuhelfen. Gerade wenn es um Hilfeleistungen und bezahlte Unterstützung für die verschiedensten Aufgabenstellungen geht.
Bild: Michael Bamberger

Wobei man mit Gemeinnützigkeitsstatus bei Vergütungen bis zu 200 Euro im Monat dies über den persönlichen Übungsleiterfreibetrag nach § 3 Nr. 26 EStG abwickeln kann.

Bei bezahlten Helfern und Mitarbeit im steuerbegünstigten Bereich ohne pädagogische/betreuerische Aufgabenstellung lässt sich der persönliche Ehrenamtsfreibetrag des Helfers dafür nutzen mit noch 60 Euro im Monat/720 Euro pro Jahr nach § 3 Nr. 26a EStG. Kommt man darüber, wird dies häufig mit dem Minijob kombiniert.

Einmal unabhängig davon, ob der Arbeitgeber dabei gemeinnützig ist oder nicht, sind besondere sozialversicherungsrechtliche Vorgaben zu beachten.

Relativ klar ist, dass man diese sog. geringfügig Beschäftigten, auch geschlechtsneutral, relativ problemlos beschäftigen kann, dies auch auf Dauer, wenn die Vergütung dafür nicht über 450 Euro im Monat liegt.

 

Häufig, gerade auch mit Blick auf abgegrenzte Aktivitäten im Vereinsbereich, werden aber als Alternative zum Minijob-Verhältnis diese zeitlich befristeten Vertragsverhältnisse vereinbart.

Bislang galt hier der Grundsatz, dass man das maximal für drei Monate oder 70 Arbeitstage durchführen durfte.

Durch die Corona-Auswirkungen hat man diese Zeitgrenzen nochmals deutlich erhöht. Nun darf das länger, nämlich bis zu fünf Monaten oder 115 Arbeitstagen, vereinbart und durchgeführt werden.

Vereinsarbeitgeber können daher bereits seit 01.03.2020, jedoch längstens bis 31.10.2020, diesen neuen Beschäftigungszeitraum wie jeder andere Arbeitgeber nutzen.

Also diese Zeitvorgaben genau prüfen, gerade wenn Interesse an einer etwas längeren Zusammenarbeit bestehen sollte. Ab 1. November 2020 gilt dann, dass man die bisherigen Zeitgrenzen von drei Monaten/70 Arbeitstagen wieder beachten muss.

An den Grundvorgaben hat sich sonst nichts geändert: Also Lohnsteuerpauschalierung der Vergütung, unabhängig von der Vergütungshöhe, mit 25 % zuzüglich pauschaler Kirchensteuer und Soli. Das tägliche Arbeitsentgelt darf nicht mehr als 120 Euro betragen, die Stunde somit 15 Euro. Und zudem darf nicht an mehr als 18 zusammenhängenden Arbeitstagen gearbeitet werden. Auch auf die MiLoG-Vorgaben ist u. a. dabei ergänzend zu achten.

 

Quelle: Versicherungsrechtliche Beurteilung von geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen mit Zeitraumgrenzen;

Besprechungsergebnis des GKV-Spitzenverbandes vom 30.03.2020 mit Abrechnungsbeispielen hierfür.