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Autor: Ulrich Goetze | 08.06.2020

Corona-Hilfe für Vereine: Änderungen im Umsatzsteuergesetz

Nach dem weitgehenden Stillstand des Vereinslebens seit März 2020 werden Schritt für Schritt die bisherigen Beschränkungen gelockert. Durch geeignete Maßnahmen wurden und werden die Vereine durch verschiedene Maßnahmen unterstützt.
Bild: Michael Bamberger

Ein Bestandteil der Maßnahmen sind befristete Maßnahmen im Bereich der Umsatzsteuer.

 

Für Vereine sind die nachstehenden Änderungen von Bedeutung:

 

Senkung der Mehrwertsteuersätze vom 01.07.2020 bis 31.12.2020

  • von bisher 19 % auf neu 16 % und
  • von bisher  7 %  auf neu  5 %.

Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen (Speisen)

  • Besteuerung mit 5 %     (01.07.2020 bis 31.12.2020)
  • Besteuerung mit 7 %     (01.01.2021 bis 30.06.2021)

Getränke im Zusammenhang mit Restaurants- und Verpflegungsdienstleistungen

  • Besteuerung mit 16 %  (01.07.2020 bis 31.12.2020)
  • Besteuerung mit 19 %  (ab 01.01.2021)

Umsatzsteuerpflichtige Einnahmen im Zweckbetrieb des Vereins

  • Besteuerung mit 5 %    (01.07.2020 bis 31.12.2020)
  • Besteuerung mit 7 %    (ab 01.01.2021)

   Sofern die Einnahmen nicht steuerfrei sind.

 

Für ausgefallene Vereinsveranstaltungen, für deren Teilnahme im Vorverkauf bereits Entgelte erhoben wurden, ist eine Gutscheinlösung gesetzlich festgelegt worden. Hierzu zählen beispielsweise Teilnehmergebühren, Eintrittskarten, Dauerkarten und Abonnements. Soweit diese Einnahmen umsatzsteuerpflichtig sind, muss geprüft werden, ob der bisherige Steuersatz von 19 % oder 7 % bei der Einlösung der Gutscheine korrigiert werden muss, weil ein anderer Steuersatz anzuwenden ist.

Die neuen Steuersätze von 16 % und 5 % sind für Umsätze anzuwenden, die im Zeitraum zwischen dem 01.07.2020 und dem 31.12.2020 erbracht wurden. Es kommt nicht auf den Tag der Rechnungstellung und auch nicht auf den Tag der Zahlung an. Vereine versteuern ihre Umsätze regelmäßig mit dem Zahlungseingang (vereinnahmte Erlöse). Beachten Sie, dass maßgebend für die Umsatzbesteuerung der Steuersatz im Zeitpunkt der Leistungserbringung ist.

Bei Eingangsrechnungen müssen Sie kontrollieren, dass Ihrem Verein für Einkäufe und Leistungen ab dem 01.07.2020 nicht der bisherige Steuersatz in Rechnung gestellt wird. Die Differenz berechtigt nicht zum Vorsteuerabzug.

Verträge über Dauerleistungen, die als Rechnung dienen und in denen ein konkreter Steuersatz und Steuerbetrag ausgewiesen sind, müssen geändert werden. 

Die Kassensysteme sind auf die Änderungen vorzubereiten. Im Buchhaltungsprogramm sind ggf. neue Umsatzkonten mit Steuerautomatik einzurichten.

Bei Aufträgen und Eingangsleistungen der Lieferanten sind deren Preise zu überprüfen. Hierbei ist beispielsweise zu berücksichtigen, ob Netto- oder Bruttopreisvereinbarungen getroffen wurden, ob konkrete Steuersätze oder Steuerbeträge vereinbart sind usw. Bei langfristigen Verträgen ist zu beachten, dass nach § 29 des Umsatzsteuergesetzes ein zivilrechtlicher Ausgleichsanspruch normiert ist. Dieses spielt bei Mietverträgen eine Rolle.