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Autor: Prof. Gerhard Geckle | 29.03.2020

Minijob und Kurzarbeit

Mit Blick auf die Corona-Epidemie lässt sich leider feststellen, dass viele Arbeitnehmer im Hauptberuf nun wegen veränderter Arbeitsbedingungen auf den Bezug von Kurzarbeitergeld angewiesen sind.
Bild: Corbis

Teilweise wird dann, auch zur finanziellen Absicherung, versucht, über einen zusätzlichen Minijob die Verdienstsituation zu verbessern.

Unabhängig, wann und wie zeitmäßig nun ein Minijob neben dem Bezug von Kurzarbeitergeld im Hauptjob ausgeübt wird, muss bei Aufnahme eines Nebenjobs gegenüber der Agentur für Arbeit das erzielte Einkommen/somit der Zusatzverdienst, nachgewiesen werden.

Denn der Haupt-Arbeitgeber muss von sich aus bei Beantragung von Kurzarbeitergeld über die Agentur für Arbeit diese sogenannte Nebeneinkommensbescheinigung der üblichen Abrechnungsliste für Kurzarbeitergeld für die betroffenen Mitarbeiter im Hauptberuf beifügen.

 

 

Tipp

Für diesen Nebenverdienst gibt es einen besonderen Vordruck der Agentur für Arbeit, mit dem man die Nebeneinkommensbescheinigung ausfüllen kann.

Egal daher, ob nun größere Vereine/Verbände wegen der Krisensituation ihre eigenen Arbeitnehmer zum Bezug des Kurzarbeitergeldes anmelden, oder es sich um hauptberufliche Arbeitnehmer handelt, die vielleicht nun für ihren Verein in bestimmten Bereichen oder Aufgabengebieten derzeit einen Minijob eingehen: die Agentur für Arbeit muss dies wissen. Man sollte ohnehin wegen der komplexen Materie beim Kurzarbeitergeld sich zuvor auch wegen der Auswirkungen für viele Betroffene nach aktuellen Vorgaben und ggf. Ausnahmen rund um das Kurzarbeitergeld erkundigen.

Denn diese besonderen Nachweispflichten durch die Nebeneinkommens-bescheinigung entfallen zum Beispiel wieder, wenn vor der Beantragung von Kurzarbeitergeld im Hauptberuf dieser Minijob etwa beim Verein oder einem anderen Arbeitgeber schon ausgeübt wurde.

 

Tipp

Nie übersehen, wenn der Zusatzverdienst meldepflichtig wird. Dann stets beachten, dass für bestimmte steuerbegünstigte Tätigkeiten für gemeinnützige Vereine/ Verbände oder öffentliche Träger/Gemeinden/Städte oder auch kirchliche Träger je nach Tätigkeit und Aufgabenstellung die Vergütung in Höhe des Freibetrags anrechnungsfrei bleibt. Also die erzielte ÜL-Vergütung im pädagogischen/ betreuerischen Bereich zumindest bis zu 200 Euro pro Monat oder 2.400 Euro als Jahresfreibetrag nach § 3 Nr. 26 EStG. Oder auch 60 Euro im Monat oder 720 Euro als Jahresfreibetrag für nebenberufliche Mitwirkung im steuerbegünstigten Bereich der gemeinnützigen Vereine etc. Wobei dort allerdings die Tendenz wegen eingeschränkter oder teilweise fehlender Angebote im Vereinssektor dazu führt, dass auch diese nebenberuflichen bezahlten Tätigkeiten mit Blick auf die Vereinskasse nicht mehr gebraucht werden.