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Autor: Prof. Gerhard Geckle | 30.04.2020

Verein als Arbeitgeber: Mehr Zeit für Lohnsteuer-Anmeldungen!

Auch für Vereine/Verbände ist die neue bundeseinheitlich geltende Vorgabe von Interesse, soweit man Arbeitnehmer beschäftigt und für die Vergütung Lohnsteuer, zudem gegebenenfalls Kirchensteuer und den Solidaritätszuschlag, an das Finanzamt abführt.
Bild: Michael Bamberger

Wegen der Corona-Beeinträchtigungen war man bereits zwar berechtigt, für fällige Steuerbeträge Anträge auf Stundung zu stellen. Dies galt allerdings nicht für die fällige Lohnsteuer (so zuvor das BMF-Schreiben vom 19.03.2020). Einzige Ausnahme bei der möglichen Nutzung von Steuerstundungen bestand für die vom Verein/Verband oder anderen Unternehmen gezahlten fälligen pauschalen Lohnsteuerbeträgen; etwa für die Lohnsteuerpauschalierung bei kurzfristig Beschäftigten oder für ausgezahltes pauschaliertes Fahrgeld an Mitarbeiter.

Nun eröffnet man dennoch auch für den Lohnsteuerbereich eine Möglichkeit mit ähnlicher Wirkung wie Stundungsanträge bei anderen Steuerarten. Denn normalerweise hat ein Verein/Verband auch, wie jeder andere Arbeitgeber, je nach Höhe Lohnsteuer anzumelden und zu zahlen: Lohnsteuer spätestens zum 10. Tag nach Ablauf des Voranmeldungszeitraums für jeden Kalendermonat oder ggf. vierteljährlich.

 

Nunmehr kann jeder Arbeitgeber über einen Fristverlängerungsantrag erreichen, dass die Abgabe der monatlichen und auch vierteljährlichen Lohnsteuer-Anmeldung maximal um zwei Monate verlängert wird. Vorausgesetzt, man ist als Vereinsarbeitgeber unverschuldet daran gehindert, die Anmeldungen wie sonst und bisher üblich abzugeben.

Quelle: BMF-Schreiben vom 23. April 2020, IV A 3 - S 0261/20/10001:05

 

Hinweis:

Bei den beauftragten steuerberatenden Berufen, wie Steuerbüros etc., die im Auftrag des Vereins/Verbands diese Meldungen übernehmen, ist davon auszugehen, dass auch eine dargelegte Arbeitsüberlastung des Beraters nicht ausreicht für einen Fristverlängerungsantrag. Man sollte daher auf jeden Fall rechtzeitig und vor der gesetzlichen Abgabenfrist durch Kontaktaufnahme zum Finanzamt die Möglichkeit einer verlängerten Abgabefrist angehen. Teilweise gibt es hierzu bereits nutzbare besondere Vordrucke in den einzelnen Bundesländern (auch auf den Internetseiten der Finanzämter einsehbar), dies mit darin verlangten Begründungen für diesen besonderen Fristverlängerungsantrag nach § 109 AO.