Freitag, 02.03.2018 | Autor: Prof. Gerhard Geckle, Foto: © Project Photos GmbH & Co. KG

Ist die entgeltliche Überlassung von Sportanlagen/Sporthallen an Dritte grundsätzlich umsatzsteuerpflichtig?

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Worum geht´s in diesem Thema
  • Umsatzsteuer Verein

Soweit ein Unternehmen (im Streitfall ein gewerbliches Fitnesscenter mit Grundstück) über relativ kurze Zeiträume Räumlichkeiten und Sportanlagen an Dritte vermietet, auch an gemeinnützige Sportvereine, liegen steuerpflichtige Vermietungsumsätze beim Verpächter vor.

 

Denn eine mögliche USt-Befreiung nach § 4 Nr. 12a UStG setzt voraus, dass eine langfristige Überlassung vorliegt. Eine vereinbarte Laufzeit von einem Jahr und zusätzlich besondere Kündigungsfristen mit vierwöchiger Kündigungsfrist genügen nicht für eine mögliche steuerfreie Grundstücksüberlassung.

Fundstelle: FG Berlin-Brandenburg, Urteil v. 08.11.2017, 5 K 122/15

 

Hinweis:  Die Revision zum BFH wurde ausdrücklich zugelassen, da höchstrichterlich noch nicht hinreichend geklärt ist, welchen Zeitraum die Überlassung einer Sportanlage, auch eines Squashcourts, umfassen muss, um dies als langfristige Vermietung würdigen zu können.

Das FG Berlin lässt nur bei einer mehrjährigen Vermietung ohne Kündigungsmöglichkeit, nicht hingegen bei einer einjährigen Vertragslaufzeit mit Verlängerungsoption, eine USt-Steuerbefreiung nach § 4 Nr. 12 a UStG zu.

In vergleichbaren Fällen daher ggf. Einspruch gegen belastende USt-Bescheide einlegen, mit Antrag auf Ruhen des Verfahrens wegen des schwebenden BFH-Verfahrens!

Foto: © Online-Redaktion verein-aktuell.de
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Prof. Gerhard Geckle ist Fachanwalt für Steuerrecht und selbstständiger Rechtsanwalt in der Kanzlei Dr. Stilz, Behrens & Partner mit Sitz in Freiburg.

Prof. Geckle ist u. a. Referent ...

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