Aufwandsspende

Hat ein Vereinsmitglied oder ein Dritter einen Vergütungsanspruch oder Anspruch auf Aufwendungsersatz, besteht die Möglichkeit, auf die Auszahlung von Vergütungen zu verzichten und diese an den Verein zu spenden.

Aufwandsspenden  werden steuerlich dann anerkannt, wenn

  • der Spender einen rechtswirksam entstandenen Vergütungsanspruch oder Aufwendungsersatzanspruch gegenüber dem Verein hat,
  • der Anspruch vor der zum Aufwand führenden bzw. vor der zu vergütenden Tätigkeit eingeräumt worden ist,
  • nicht von vornherein der spätere Auszahlungsverzicht vereinbart worden ist, der Verein also das finanzielle Risiko einer Auszahlung bei Fälligkeit trägt,
  • der Verein auch wirtschaftlich in der Lage ist, die Vergütung auszuzahlen.

Hinweis: Bei Aufwandsspenden handelt es sich um abgekürzte Geldspenden.

Praxis-Tipp: Als Zuwendungsbestätigung ist der Vordruck „Geldzuwendung“ und nicht der Vordruck „Sachzuwendung“ zu verwenden. Auf der Geld-Zuwendungsbestätigung ist dann oben zu vermerken, dass es sich um einen Aufwandsverzicht handelt, entsprechend der dort vorgesehenen Text-Zeile.

Der Verzicht darf allerdings erst nach erbrachter Leistung und Fälligkeit erklärt werden. Es muss auch dem Spender vorbehalten bleiben, ob er auf die Auszahlung insgesamt oder nur auf Teilbeträge verzichtet. Vereine sollten sich unbedingt den Verzicht schriftlich vom Vergütungsempfänger bestätigen lassen. Der Verzicht kann nicht nur bei Lohnansprüchen, sondern auch bei Dienstleistungsforderungen, Zahlungsansprüchen aus Rechnungen etc. erklärt werden. Dies gilt auch unabhängig davon, dass der Spender selbst den Zahlungsanspruch zu versteuern hat.

Ehrenamtsfreibetrag nutzen

Durch die Einführung des neuen Ehrenamtsfreibetrags von bis zu 720 Euro pro Jahr nach § 3 Nr. 26a EStG für den nebenberuflichen Einsatz für gemeinnützige Körperschaften, könnte auf einen pauschalen Aufwandsersatz als steuerfreie Einnahme beim Empfänger bei Auszahlungsfälligkeit verzichtet werden.

In der Vergangenheit wurden Spendenmissbrauchsfälle aufgedeckt, bei denen Leistungen gegenüber dem Verein von Anfang an schon mit der vorherigen Zusage der Abrechung gegen eine Spendenbescheinigung erbracht wurden. Deshalb gehört es zur Prüfungsroutine – vor allem bei einer Häufung von Aufwandsverzicht-Spendenbescheinigungen –, dass die Liquidität des Vereins zur Erfüllung der fälligen Zahlungsansprüche untersucht wird. Der Verein muss in der Lage sein, diese Forderungen grundsätzlich aus den vorhandenen Vereinsmitteln auszuzahlen, zumal Vereine selten Kreditwürdigkeit bei Liquiditätsengpässen genießen. Zusätzlich empfehlenswert ist zudem die Berücksichtigung und Dokumentation des später anstehenden Zahlungsaufwands über die Finanz- und Haushaltsplanung.

Aufwandsspenden müssen in der Buchhaltung festgehalten werden, um den Aufzeichnungspflichten zu genügen. Die Vereinnahmung der Zuwendung muss in der Buchführung erfasst sein. Als Nachweis müssen entsprechende Belege vorhanden sein – z. B. eine Rechnung mit dem dokumentierten Aufwandsverzicht oder die schriftliche eigenhändige Bestätigung von Vereinshelfern mit Vergütungsansprüchen, dass ein Auszahlungsverzicht ganz oder teilweise gegen Erteilung einer steuerlich berücksichtigungsfähigen Spendenbescheinigung erfolgt ist.

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