Dienstag, 04.10.2016 | Autor: Susanne Kowalski, Foto: © MEV Verlag GmbH

Zielbildung nach der SMART-Methode

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Worum geht´s in diesem Thema
  • Vereinsorganisation
  • Projektarbeit

Ob im Qualitätsmanagement, beim Umsetzen von Projekten oder der Entwicklung von Strategien, die SMART-Methode erfreut sich in Unternehmen großer Beliebtheit. Sie wird immer dann eingesetzt, wenn es darum geht, Ziele zu setzen. Eine konkrete Zieldefinition ist letztendlich entscheidend für den Erfolg und das Erreichen von Projekten, Aufgaben und Vorhaben. Diese Technik lässt sich auch auf die Vereinsarbeit übertragen. Lesen Sie hier, wie einfach Sie die SMART-Methode nutzen können.

Aus dem Vereinsalltag

Die Verantwortlichen eines bayrischen Sportvereins diskutieren über den Haushalt des kommenden Jahres. Nach dem aktuellen Stand werden die Ausgaben die Einnahmen übersteigen. Der Vorsitzende will durch Sponsoring die Einnahmelücke schließen und gibt dies als das oberste Ziel in Sachen Finanzkrisenbewältigung aus. Er glaubt fest daran, dass dieser Plan aufgeht. Die übrigen Vorstandsmitglieder sind nicht so optimistisch. Ihnen ist das Ziel zu vage. Der Schatzmeister gibt zu bedenken, dass zwischen dem Gewinnen von Sponsoren und dem Eingang der Sponsorengelder vermutlich noch einige Zeit vergehen wird. Außerdem sei nicht jeder Sponsor bereit, Geldmittel fließen zu lassen. Er warnt davor, das Ziel zu hoch zu stecken. Benötigt werde spätestens in acht Monaten eine Finanzspritze in Höhe von 15.000 Euro.

 

Die häufigsten Probleme

Zielverständnis: Jeder versteht das Ziel anders. Das Ziel wurde nicht klar formuliert.

Fehlende Kontrollmöglichkeiten: Wenn es für Ziele keine konkreten messbaren Vorgaben gibt, kann keine Kontrolle im Rahmen eines Soll-/Ist-Vergleichs stattfinden.

Fehlende Akzeptanz bzw. Attraktivität: Häufig scheitern Ziele daran, dass sie nicht akzeptiert werden. Das wiederum liegt daran, dass Ziele nicht attraktiv erscheinen.

Unerreichbare Ziele: Oft fehlt Verantwortlichen der Blick für die Realität. Die Ziele werden zu hoch angesetzt. Es ist zwar wünschenswert, den Idealzustand zu erreichen, das lässt sich aber meistens nicht umsetzen.

Fehlende Terminierung: Häufig wird nicht exakt festgelegt, bis wann ein Ziel konkret umzusetzen ist. Verantwortliche äußern sich oft nicht konkret. Ein konkretes Umsetzungsdatum ist hilfreich bei der Zieldefinition.

 

So sollten Ziele aussehen

Die SMART-Methode ist eine Art Baukasten zur Formulierung von Zielen. Sie ist recht einfach anzuwenden. Die gesetzten Ziele müssen lediglich folgende Kriterien erfüllen:

S = Spezifisch: Die Ziele müssen eindeutig und präzise formuliert sein. Beispiel: Vereinsheim in Massivbauweise oder Vereinsheim als Blockhütte.

M = Messbar: Die Ziele müssen so formuliert werden, dass sie messbar sind. Es ist also wichtig, das Zielausmaß genau zu benennen. Nur so lässt sich überprüfen, ob ein Ziel erreicht wurde oder nicht. Beispiel: Steigerung der Mitgliederzahlen um 5 %.

A = Akzeptiert/Attraktiv: Die Ziele müssen für die beteiligten Personen attraktiv sein bzw. sie müssen die Ziele zumindest akzeptieren. Andernfalls kann es zu Problemen bei der Zielerreichung kommen. Die Formulierung der Ziele sollte positiv sein, Negativ-Formulierungen sind zu vermeiden. Statt „Wir müssen Mitgliederschwund vermeiden.“ besser „Durch attraktive Angebote werden wir unsere Mitglieder zufriedenstellen und zum Bleiben bewegen.“.

R = Realistisch: Die Erreichung des gesetzten Ziels kann durchaus anspruchsvoll, sollte dennoch aber realistisch sein. Unerreichbare Ziele sind nicht sinnvoll. Einhundertprozentziele, wie „Wir wollen kein einziges unzufriedenes Vereinsmitglied“, sind in der Regel nicht erreichbar.

T = Terminiert/Terminorientiert: Bei der Zielsetzung sollte ein zeitlicher Rahmen festgelegt werden, innerhalb dessen die Zielumsetzung erfolgen soll. Mit Aussagen wie „Wir wollen demnächst ein Vereinsheim bauen.“ kann man nicht viel anfangen. Hilfreich ist ein konkreter Termin, zu dem ein Ziel erreicht sein soll. Beispiel: „Am 01.03.2017 soll unser Vereinsheim einzugsbereit sein.“

 

TIPP

Ziele sollten unbedingt schriftlich festgehalten werden. Das hat verschiedene Vorteile. Man verliert das gesetzte Ziel nicht so leicht aus den Augen. Dadurch wird das Ziel bewusster. Außerdem bietet die Schriftform Planungssicherheit, Orientierungshilfe und eine Kontrollmöglichkeit.

 

So sehen smarte Ziele aus

Ein Ziel wie „Der Verein will mehr jugendliche Mitglieder.“ ist ebenso wenig smart wie „Wir wollen ein Vereinsheim bauen.“ oder „Die Mitglieder sollen informiert werden.“.

Die folgenden Ziele hingegen erfüllen alle geforderten Smart-Kriterien:

  • Bis zum 30.06.2017 wollen wir durch attraktive Angebote und Werbemaßnahmen in den örtlichen Schulen mindestens 25 jugendliche Mitglieder gewinnen.
  • Bau eines Vereinsheims in Massivbauweise mit einer Fläche zwischen 100 und 110 qm auf dem Vereinsgrundstück mit  Fertigstellung bis 31.10.2017.
  • Alle Mitglieder werden per E-Mail und einem zusätzliche Aushang bis zum 31.10.2016 über den Bau des neu zu errichtenden Vereinsheims in einem zweiseitigen Schreiben informiert.

Damit haben Sie jeweils ein konkretes, realistisches, messbares, attraktives und terminiertes Ziel. Übrigens: Wie oft im Leben gibt es auch im Hinblick auf die SMART-Methode einen Graubereich: Jedes Ziel sollte, muss aber nicht zwangsläufig jedes dieser Kriterien ausnahmslos erfüllen.

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Foto: © Online-Redaktion verein-aktuell.de
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Susanne Kowalski verfügt über eine langjährige Berufserfahrung im Controlling.

Ihre Fachkompetenz gibt Sie jetzt seit 20 Jahren als Dozentin und Autorin weiter. Sie hat verschiedene ...

Susanne Kowalski