Mittwoch, 18.06.2014 | Autor: Susanne Kowalski, Foto: © Michael Bamberger

Social Media: Chancen und Risiken für den Verein

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Worum geht´s in diesem Thema
  • Social Media im Verein

Social Media bietet die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen, Meinungen auszutauschen, Informationen zu posten, Nachrichten zu hinterlassen, Gruppen zu gründen und vieles mehr. Das bedeutet: Chancen und Risiken für Vereine und ihre Mitglieder. Wie kann man als Verein die Möglichkeiten von Social Media nutzen? Was ist bei einem Social Media-Auftritt zu beachten und mit welchem Aufwand ist dieser verbunden? Welches Konfliktpotenzial birgt Social Media? Auf diese und weitere Fragen gilt es Antworten zu finden.

 

1. Der Hintergrund

Auf der Jahreshauptversammlung eines bayerischen Fußballvereins wird beim Tagesordnungspunkt „Veschiedenes“ diskutiert, ob der Verein bei Facebook eine Fanpage einrichten soll oder nicht. „Alles neumodischer Kram – haben wir bislang auch nicht benötigt“, nörgeln einige ältere Mitglieder. Die Befürworter argumentieren u. a. mit Vorteilen wie Mitgliederbindung, Erhöhen des Bekanntheitsgrads, Imagegewinn sowie hervorragenden Kommunikationsmöglichkeiten. Die „Gegner“ halten Aspekte wie Arbeitsaufwand für Profilpflege, mangelndes Know-how – insbesondere im Hinblick auf rechtliche Belange – und Datenschutzbestimmung dagegen. Nach einer Abstimmung werden letztendlich ein Social Media- Beauftragter nebst Stellvertreter gewählt. Nach einem halben Jahr werfen beide das Handtuch. Der Vorstand kann keinen Nachfolger finden.

Auch wenn nicht jeder Verein von so einem Misserfolg ausgehen sollte, muss man sich darüber im Klaren sein, dass ein Facebook-Auftritt zeitintensiv ist. Man muss nicht nur ständig aktuelle Informationen zur Verfügung stellen, sondern auch Kommentare und Anfragen beantworten. Und das kann auf Dauer lästig werden!

Häufige Pannen im Zusammenhang mit Social Media:

Profil wird nicht gepflegt

Ein Profil in einem Sozialen Netzwerk ist schnell eingerichtet. Doch dieses Profil muss sorgfältig gepflegt werden. Dafür benötigt man einen oder mehrere Verantwortliche, die möglicherweise viel Zeit in das Projekt stecken müssen.

Missachten von Rechten

Unkenntnis im Hinblick auf Nutzungsbedingungen, Datenschutzbestimmungen, Urheberrechte und rechtswidrige Inhalte kann den Verein in Schwierigkeiten bringen.

Mangelndes Know-how

Häufig fehlt es den Verantwortlichen an Wissen und Fingerspitzengefühl: Was postet man und was behält man besser für sich? Wie geht man mit unangenehmen Kommentaren auf der Fanseite um?

 

2. Social Media

Soziale Netzwerke, Internetforen, Blogs, Meinungsportale, Twitter und Co. sind aus der heutigen Gesellschaft nicht mehr wegzudenken und haben längst auch die Vereinskultur erreicht. Wer ein modernes und innovatives Image anstrebt, für den reicht eine Homepage nicht mehr aus. Große Bundesligavereine wie Bayern München – mit derzeit rund 4,5 Mio „Gefällt mir“ Klicks – und Borussia Dortmund beispielsweise sind bei Facebook aktiv und posten dort aktuelle Informationen.

PRAXIS-TIPP: Viele Webangebote von Vereinen sind nicht mit einem Community-Modul ausgestattet, mit dem man kommunizieren kann. Facebook eignet sich als Community-Ersatz.

 

3. Chancen

Über soziale Netzwerke haben Vereine verschiedene Möglichkeiten, beispielsweise:

  • den direkten Kontakt mit der Vereinszielgruppe aufzunehmen;
  • das Image zu lenken (modern, innovativ);
  • Informationen zu veröffentlichen, d. h. über Events, Aktionen, Termine etc. zu berichten;
  • neue Mitglieder zu gewinnen und vorhandene zu binden;
  • Pressemitteilungen zu veröffentlichen;
  • mit Fans zu interagieren und diskutieren;
  • Fans und Mitglieder besser kennenzulernen;
  • Meinungen zu erfragen;
  • den Bekanntheitsgrad zu erhöhen.

 

4. Bekanntheitsgrad erhöhen

Kennen Sie den „Gefällt mir“ Button? Dadurch machen Fans auf Unternehmen bzw. Produkte oder eben auf einen Verein aufmerksam. Dieser Button trägt dazu bei, den Bekanntheitsgrad zu erhöhen: Angenommen, Sie haben eine Fanpage bei Facebook. Mitglieder Ihres Vereins klicken auf Ihren „Gefällt mir“ Button. Dann erscheint – je nach Einstellung der Mitglieder – in deren Profil ein Hinweis auf Ihren Verein. Freunde, die die Profile Ihrer Mitglieder besuchen, können direkt dem Hinweis auf Ihren Verein folgen. Auf diese Weise haben Sie die Möglichkeit, Ihren Bekanntheitsgrad zu erhöhen und mit etwas Glück sogar neue Mitglieder zu gewinnen.

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Foto: © Online-Redaktion verein-aktuell.de
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Susanne Kowalski verfügt über eine langjährige Berufserfahrung im Controlling.

Ihre Fachkompetenz gibt Sie jetzt seit 20 Jahren als Dozentin und Autorin weiter. Sie hat verschiedene ...

Susanne Kowalski
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„Social Media“ (auch „Soziale Medien“ genannt) ist aktuell in aller Munde.   Gleichwohl herrscht bei vielen Vereinen Skepsis im Umgang mit Social Media, weil Unsicherheiten in tatsächlicher und haftungsrechtlicher Hinsicht bestehen. Die Nutzung von Social Media sollte von den Vereinen indes als Chance und nicht als Risiko begriffen werden. Der Verein sollte sich frühzeitig mit dem Thema Social Media auseinandersetzen und für sich festlegen, ob und in welchem Umfang er ein eigenes Angebot in den Sozialen Medien umsetzt – so rechtssicher wie möglich und notwendig.

 Vereins-Tipp

Diese Fragen sollten Sie klären:

- Welches Social Media-Angebot passt zu uns?

- Wie wollen wir unseren Verein präsentieren?

- Wer soll den Social Media-Auftritt pflegen?