Mittwoch, 06.04.2016 | Autor: Hartmut Fischer, Foto: © Corbis

Die pfiffige Vereinszeitung

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Worum geht´s in diesem Thema
  • Vereinszeitung

Ob sie nun in gedruckter Form zur Verfügung steht oder online angeboten wird: Die Mitgliederzeitung spielt in vielen Vereinen eine zentrale Rolle in der Kommunikation untereinander. Doch häufig wird die Zeitung nicht von allen Vereinsmitgliedern gelesen, weil sie als langweilig empfunden wird. Wie Sie Ihre Vereinszeitung pfiffiger gestalten können, lesen Sie hier.

Bilder ja – aber bitte spannende

Bilder spielen in jeder Zeitung eine wichtige Rolle. Aber nicht alle Fotos sind hierfür geeignet. Abgesehen von rechtlichen Schranken (Urheberrechte) gilt es hier auch, möglichst spannende Bilder auszusuchen. Wenn ein Sportler des Vereins in einem Wettbewerb gesiegt hat, ist das Foto, bei dem der Sieger auf dem Podest steht, zwar aussagekräftig – aber langweilig. Ein Foto vom Zieleinlauf, auf dem man erkennt, wie der Sportler um seinen Sieg kämpft, erzählt eine spannendere Geschichte.

Bei vielen Gesangvereinen findet man immer wieder die gleichen Fotos: Der Chor, schön aufgestellt und in ernster Haltung. Auch hier wird zwar der Chor vorgestellt – aber das Bild hat keine Spannung. Darum sind Fotos von der Probenarbeit, bei der die Sängerinnen und Sänger in legerer Kleidung fröhlich arbeiten, doch viel kräftiger in der Aussage – sie vermitteln auch die Freude am gemeinsamen Singen.

Nicht nur informieren

Natürlich dient die Vereinszeitung zunächst der Information der Mitglieder. Aber wenn im Blatt nur Informationen zu lesen sind, wird das Interesse an der Vereinszeitung schnell nachlassen. Sie sollten deshalb auch über den Rand hinausschauen und neben den Informationen zusätzliche Rubriken einrichten.

So können Sie die älteren Mitglieder bitten, doch Anekdoten aus der Gründerzeit des Vereins beizusteuern. Diese sind auch für die jungen Vereinsmitglieder häufig interessant, weil sie aus heutiger Sicht sehr skurril sind.

Umgekehrt sollte auch eine Seite (oder mehr) für die Kinder- und Jugendarbeit reserviert werden. Hier darf es auch mal eine Kurzgeschichte sein, die von den Eltern dann als „Gute-Nacht-Geschichte“ genutzt werden kann. Auf der Jugendseite können sich natürlich auch Bastelanleitungen finden.

Eine pfiffige Seite mit Witzen und humoristischen Geschichten kann die Zeitung abschließen. Diese Seite sollte dann mit kleinen Bilderwitzen aufgelockert werden, die von einem Vereinsmitglied gezeichnet werden können. Verfügen Sie über keine Talente in dieser Richtung, haben wir hier noch einen Tipp für Sie:

Da die Mitgliederzeitung keine kommerziellen Interessen verfolgt, können Sie hier kostenlos die Bilderwitze (Cartoons) von der Internetseite www.dercartoon.de benutzen.

Gratulationen

Dass man über Mitglieder berichtet, die ihr Vereinsjubiläum feiern, ist wohl selbstverständlich. Aber auch Hochzeiten, Kindtaufen und Geburtstage können hier – mit dem Einverständnis der Betroffenen – veröffentlicht werden. Auch wenn ein Mitglied verstirbt, ist hier Platz für einen Nachruf auf den Verstorbenen – aber auch hier sollte man zunächst die Zustimmung der Angehörigen einholen.

Pro und Kontra

Nutzen Sie die Mitgliederzeitung auch zur internen Diskussion. Dazu stellen Sie ein Thema, das im Verein umstritten ist, vor, und lassen je einen Vertreter der Pro- und Kontrafraktion zu Wort kommen. Laden Sie die Leserinnen und Leser ein, ebenfalls ihre Meinung zu äußern. Erwarten Sie allerdings keine überschäumende Reaktion, meist sind es nur einige wenige, die sich äußern werden. Das heißt aber nicht, dass die Stellungnahmen nicht intensiv gelesen wurden.

Schwarz-weiß oder Farbe

Bei einer Online-Zeitung, die vorzugsweise im PDF-Format angeboten werden sollte, kann die Zeitung durchgängig farbig sein. Bei gedruckten Zeitungen ist dies eine Kostenfrage. Ist die Zeitung von der Gestaltung und vom Inhalt her jedoch pfiffig aufgebaut, muss die Zeitung nicht farbig sein. Ein Mittelweg wäre dann eine farbige Umschlagseite und ein Innenteil in schwarz-weiß.

Häufig unterschätzt: das Layout

Auch gute Fotos und Inhalte verlieren, wenn der Aufbau der Zeitung (das sogenannte Layout) langweilig ist. So sollte man nicht einfach auf einer Seite herunterschreiben. Legen Sie zwei oder drei Spalten an. Für die Überschriften sollte eine einheitliche Schriftart gewählt werden, der Text in einer klaren, gut lesbaren Schrift verfasst werden.

Wichtig bei der Festlegung des Layouts ist, dass die Seite nicht überladen wird. Freie Flächen lockern den Text auf und erleichtern das Lesen.

Die Zeitung wird lesenswerter, wenn sie in Rubriken aufgeteilt wird. Geben Sie den Rubriken eigene Bezeichnungen, die in einer Kopfzeile stehen. Hier sollte auch ein Bezug zum Verein hergestellt werden. Hier ein Beispiel für die Mitgliederzeitung eines Fußballvereins:

  • Anstoß (Vorwort des Vorsitzenden)
  • Halbzeit (Unterhaltungsteil in der Mitte der Zeitung)
  • Bambinis (Kinderseite)
  • Elfmeter (Pro- und Kontra-Seite)
  • Nachspiel (letzte, humoristische Seite).

 

Augen auf

Hier noch abschließend ein wichtiger Tipp: Schauen Sie genau hin, wenn Sie andere Zeitungen und Zeitschriften sehen? Hier findet man manche Anregung – und abgucken ist erlaubt – aber nicht abschreiben!

 

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