Donnerstag, 03.03.2016 | Autor: Stefan Wagner, Foto: © MEV Verlag GmbH

Arbeitsrecht: Befristetes Arbeitsverhältnis im Profifußball doch zulässig?

Foto: © MEV Verlag GmbH
Worum geht´s in diesem Thema
  • Verein als Arbeitgeber
  • Verein und Arbeitsrecht

In 2. Instanz hat das LAG Rheinland-Pfalz entschieden, dass bei Arbeitsverträgen zwischen einem Bundesliga-Verein und einem Lizenzspieler eine Befristung gem. § 14 Abs. 1 S. 2 TzBfG zulässig ist, wenn ein sachlicher Grund gegeben ist. Diese Voraussetzung ist im Profifußball regelmäßig erfüllt, da die Befristung durch die Eigenart der Arbeitsleistung als Profispieler gerechtfertigt ist.

Der Fall

Der klagende Profi war seit Sommer 2009 aufgrund mehrerer befristeter Arbeitsverträge für den beklagten Verein tätig. In der Saison 2013/14 bestritt der Kläger in der Hinrunde zehn Spiele. Dann fiel er ab Mitte Oktober 2013 krankheitsbedingt aus. Sechs Wochen später erlaubte der Verein dem Spieler nur noch die Teilnahme am Trainings- und Spielbetrieb der 2. Mannschaft (Regionalliga). In der Rückrunde der 1. Mannschaft (Bundesliga) wurde der Spieler nicht mehr eingesetzt.

Mit seiner Klage begehrte der Kläger die Feststellung, dass sein Arbeitsverhältnis aufgrund der Befristung zum 30.6.2014 nicht beendet worden ist. Des Weiteren verlangte er die Zahlung der Prämie für die von 1. Mannschaft in der Rückrunde erspielten Punkte.

Das ArbG gab der Entfristungsklage des Spielers in der 1. Instanz statt und wies die Klage im Übrigen ab. Das LAG hat in 2. Instanz die Klage insgesamt abgewiesen, ließ allerdings die Revision zum BAG zu.

Gründe

Das LAG kam zu dem Ergebnis, dass der Arbeitsvertrag zwischen Spieler und Verein aufgrund der befristeten Vereinbarung zum 30.6.2014 wirksam beendet worden war. Die Befristung war wirksam gewesen. Sie war gem. § 14 Abs. 1 S. 2 Nr. 4 TzBfG wegen der Eigenart der geschuldeten Arbeitsleistung der Klägers als Profibußballspieler sachlich gerechtfertigt. Auch die Entscheidung des Vereins, dem Spieler die Chance der Teilnahme am aktiven Spielbetrieb der 2. Mannschaft und damit die Möglichkeit zu versagen, die Punkteprämie in der 1. Mannschaft zu erspielen, war rechtlich nicht zu beanstanden. Die Entscheidung darüber, ob ein Spieler in der 1. Mannschaft eingesetzt wird, unterliegt dem Ermessen des Trainers. 

 

Fundstelle: LAG Rheinland-Pfalz mit Urteil v. 17.2.2016 (Az.: 4 Sa 202/15)

Kommentare (0)

Kommentieren, ergänzen Sie jetzt den Artikel oder geben Sie dem Autor Feedback. Einfach anmelden und losschreiben.
Foto: © Online-Redaktion verein-aktuell.de
Foto: © Online-Redaktion verein-aktuell.de

Es schreibt für Sie

Stefan Wagner ist Jurist und Vereinspraktiker.

Er unterrichtet seit Jahren an der Führungsakademie des ...

Stefan Wagner