Dienstag, 24.03.2015 | Autor: Hartmut Fischer, Betzdorf, Foto: © MEV Verlag GmbH, Germany

Werbung im Verein: Auffallen um (fast) jeden Preis

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Worum geht´s in diesem Thema
  • Werbung im Verein
  • Marketing im Verein

„Klingeln gehört zum Geschäft“ heißt es im Volksmund. Aber das Klingeln gelingt nur, wenn es auch gehört wird. Darum sollten Sie sich über Ihre Werbung Gedanken machen und auch mal die traditionellen Wege verlassen. Hier einige Beispiele.

Preiswerte Drucksachen

Sicher haben Sie schon eine günstige Druckerei gefunden. Meist sind Internetanbieter die günstigsten. Achten Sie aber auch darauf, dass Sie die örtliche Druckerei nicht als Sponsor verärgern.

Von der „Hausdruckerei“ werden dann die vom Verein benötigten Plakate oder Flyer gedruckt. Aber haben Sie sich einmal angesehen, was die Druckerei noch anzubieten hat? Manchmal sind interessante Angebote dabei, die Sie für originelle Vereinswerbung nutzen können.

So bieten viele Druckereien auch Bierdeckel an. Mit dem Wirt der Vereinsgaststätte kann man hier vielleicht eine Kooperation eingehen. Die eine Seite wird mit Werbung der Gaststätte bedruckt, die andere nutzt der Verein für seine Zwecke.

Wenn Sie im Verein über handwerklich geschickte Mitglieder verfügen, dürfte es für diese kein Problem sein, Leuchtkästen zu fertigen. Hierfür kann man ebenso preiswerte wie werbewirksame Folien drucken lassen, die speziell für diese Zwecke geeignet sind. Diese „Backlightfolien“ (oder Backlite Folien) sind im Regelfall groß und lichtstark und ziehen alle Blicke auf sich. Sie sind aus transluzenter Folie (200 µm) und schaffen höchste Aufmerksamkeit. Wegen der Stromversorgung des Leuchtkastens und der Gefahr des Vandalismus sollte man jedoch im Vorfeld klären, wo die Kästen angebracht werden können und dürfen.

Eine Vereins-App – warum nicht?

Apps sind in. Die mehr oder weniger umfangreichen Programme für die verschiedensten Anwendungen erfreuen sich steigender Beliebtheit – besonders, wenn sie kostenlos angeboten werden.

Mit der Software „chayns“ können Sie – ohne Programmierkenntnisse – eine App erstellen. Voraussetzung ist lediglich, dass der Verein über eine Facebook-Seite verfügt. Sie gehen einfach auf die Internetseite www.tobit.com/chayns und folgen den Anweisungen. Nach zwei Klicks können Sie die App auf Ihrer Vereinsseite von Facebook einrichten. Die App wird dann für Android, iOS, BlackBerry und Windows Phone erstellt. Die Anwendung wird automatisch über verschiedene Plattformen angeboten und ist komplett kostenlos.

Einziger Haken: Der Input Ihrer App wird von der Facebook-Seite heruntergeladen. Ohne vereinseigene Facebook-Seite geht es also nicht. Dennoch handelt es sich hier um einen hübschen Gimmick, der gerade bei jüngeren Leuten gut ankommen dürfte.

Pflastermaler

Plakate fallen im heutigen Stadt- oder Ortsbild zwar noch auf – doch mit originellen Mitteln lässt sich auch anders auf Veranstaltungen hinweisen. Zum Beispiel mit auf die Straße gemalte oder geschriebene Botschaften. Beachten Sie aber dabei, dass Sie die Aktion vorher mit dem Ordnungsamt Ihrer Kommune absprechen und dass Sie wieder abwaschbare Farben oder (am besten) Kreide verwenden. Mit einer Aktion für die Presse verbunden, kann Pflastermalerei mit wenigen Strichen zum Erfolg führen.

BEISPIEL

Für ein Krimifestival erklärten sich zwei ortsansässige Künstler zu eine spektakulären Aktion bereit. Einer legte sich auf die Straße und der andere zog die Konturen mit weißer Kreide nach. Das Ergebnis waren Umrisse, wie sie von der Kripo gezeichnet werden, um die Lage einer Leiche zu skizzieren. So wies die gesamte Innenstadt „Tatorte“ auf. Da die Aktion auf dem gut besuchten Wochenmarkt gestartet wurde, sprach sie sich herum wie ein Lauffeuer. Natürlich war die Presse informiert, die sich das originelle Fotomotiv nicht entgehen lassen wollte. Die Zeichnungen waren mehrere Tage sichtbar und sorgten immer wieder für Gesprächsstoff.

 

Plakate mal ganz anders

Auch mit Plakaten kann man unorthodox und damit besonders auffällig werben. Plakatieren Sie beispielsweise Hinweise, auf denen lediglich Datum und Uhrzeit der Veranstaltung zu finden ist. Darunter befindet sich ein Pfeil nach rechts oder links. Die Plakate werden so angebracht, dass sie als Wegweiser zum Veranstaltungslokal führen. Dort befindet sich ein Plakat mit einem großen Ausrufezeichen. So verrückt das auch im ersten Moment klingen mag – dieses „Verfahren“ wurde bereits erfolgreich getestet.

Wenn man bereit ist, einige Arbeit und Zeit zu investieren, kann man das Spiel mit Plakaten noch weiter treiben: Starten Sie beispielsweise eine Werbeaktion zehn Tage vor der Veranstaltung. Auf den Plakaten fehlt jetzt sogar das Datum. Dafür steht darauf „Noch zehn Tage“.

Will man diese Variante wählen, müssen die Plakate natürlich täglich in den frühen Morgenstunden gewechselt werden.

Der Kindergarten als Lieferant

Wenn Sie mit kleinen Geschenken werben wollen, überlegen Sie einmal, ob nicht der örtliche Kindergarten etwas Originelles basteln kann. Auch hier ergeben sich – neben den Geschenken – interessante Werbemöglichkeiten.

Die örtliche Presse kommt bestimmt gerne im Kindergarten vorbei, um ein Foto zu machen. Außerdem freut man sich dort über eine Spende, was auch in der Öffentlichkeit gut ankommt. 

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Foto: © Hartmut Fischer, WortMacht
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Hartmut Fischer ist Inhaber von Wort Macht – Textservice & Ideenschmiede.


Er war Pressesprecher und PR-Leiter eines weltweit agierenden Softwarehauses und ist seit 2005 als ...

Hartmut Fischer
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