Mittwoch, 30.08.2017 | Autor: Prof. Gerhard Geckle, Foto: © Corbis

Vereine: Hilfsmaßnahmen bei Unwetterschäden in Bayern

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Worum geht´s in diesem Thema
  • Unwetterschäden in Bayern

Mit einer aktuellen Stellungnahme will das Bayerische Staatsministerium vorrangig der von der Unwetter-katastrophe am 18./19.08.2017 betroffenen Bevölkerung und Gewerbetreibenden/Unternehmen/ privaten Arbeitgebern aufzeigen, welche Hilfsmaß-nahmen es für Geschädigte derzeit gibt.

Als betroffener Steuerzahler kann man über Anträge im Zeitraum vom 19.08.2017 bis sogar 31.12.2017 erreichen, dass bei Darlegung von persönlichen Unwetterverlusten auf Antrag die ESt-Vorauszahlungen herabgesetzt, Säumniszuschläge nicht erhoben werden bis hin zur Abstandnahme von Vollstreckungsmaßnahmen.

Auch von Unwetter betroffene Vereine oder Verbände könnten durch Kontaktaufnahme zu ihren Finanzämtern und entsprechendem Schadensnachweis erreichen, dass man festgesetzte Steuervorauszahlungen herabsetzt bis hin zur Zulassung von Sonderabschreibungen bei Wiederaufbau von Vereinsheimen/Anlagen oder Hallen, auch für die erforderliche Ersatzbeschaffung von zerstörten Vereinsgegenständen. Wobei für den Erlass/Teilerlass oder die Stundung von Grundsteuer die jeweilige Gemeindeverwaltung kontaktet werden sollte.

Zudem sollte man als Verein ggf. den Kontakt zu den eigenen Mitgliedern aufnehmen, um über Spendenaktionen und Aufrufe zu erreichen, dass man seinen Verein unterstützt. Besteht zum Beispiel bei der Gemeinde am Vereinssitz ein für diesen Katastrophenfall eingerichtetes Sonderkonto, genügt es für den Spendennachweis, wenn man einen Bareinzahlungsbeleg oder die Buchungsbestätigung (Kontoauszug oder Lastschrifteinzugsbeleg) seiner Steuererklärung als Spender später beifügt, wenn die Geldspende bis 31.12.2017 geleistet wurde. Dies etwa in den Fällen, wenn es um Sport- oder z. B. Musikvereine mit derartigen Satzungszwecken geht.

Wenn Vereine/Verbände ihre eigenen unwettergeschädigten Beschäftigten, also Arbeitnehmer, direkt unterstützen wollen, sind finanzielle Unterstützungen bis 600 Euro möglich. Darüber hinaus auch im Einzelfall sogar höhere Beträge, falls echte Notfälle, z. B. bei Familien, entstanden sind.

Wobei die Empfehlung bleibt, vor der Zahlung von gut gemeinten Unterstützungsleistungen durch den Verein/Verband dies vorab durch Kontaktaufnahme zu den Finanzämtern abzuklären.

Damit reagierte auch nun Bayern, dies zeitnah nach dem Unwetter in Niedersachsen, in vergleichbarer Weise sofort mit diesen ersten Hilfsmaßnahmen.

 

Bayerisches Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat, Pressemitteilung vom 22.08.2017

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Foto: © Online-Redaktion verein-aktuell.de
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Prof. Gerhard Geckle ist Fachanwalt für Steuerrecht und selbstständiger Rechtsanwalt in der Kanzlei Dr. Stilz, Behrens & Partner mit Sitz in Freiburg.

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