Donnerstag, 17.08.2017 | Autor: Stefan Wagner, Foto: © Corbis

Kombination von Freibetrag und Minijob: en bloc-Anrechnung ist für Mitarbeiter ungünstig

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Worum geht´s in diesem Thema
  • Übungsleiterfreibetrag
  • Ehrenamtspauschale

Die Übungsleiterpauschale nach § 3 Nr. 26 EStG ist ebenso wie die Ehrenamtspauschale nach § 3 Nr. 26a EStG ein Jahresfreibetrag. Werden diese Vergütungen mit einem Minijob kombiniert, kann die Anrechnung in monatlichen Raten oder en bloc erfolgen. 

Beim zweiten Verfahren bleiben die monatlichen Vergütungen im ersten Teil des Jahres abgabenfrei, bis die Freibeträge ausgeschöpft sind. Für die Anrechnung des Minijobs auf die Rente hat dies jedenfalls erhebliche Folgen für den Arbeitnehmer.

Rechtslage

Übungsleiter- und Ehrenamtsfreibetrag gelten sozialversicherungsrechtlich nicht als Arbeitsentgelt (§ 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 16 Sozialversicherungsentgeltverordnung). Werden also die Freibeträge en bloc genutzt und zu Beginn des Jahres im vollen Umfang ausgeschöpft, gilt dieser Beschäftigungszeitraum insoweit als beitragsfreie Zeit.

Für die Nettovergütung hat das keine Folgen, wohl aber für die Rente. Ein Minijob hat – auch wenn ein Minijobber keinen eigenen Rentenerhöhungsbeitrag leistet – Auswirkungen auf die Rentenhöhe. Das gilt sowohl für die anrechenbaren Beitragszeiten als auch für den Rentenzuwachs. Bezogen auf die Altersversorgung ist also in jedem Fall die monatliche Verrechnung der Freibeträge vorzuziehen. So entstehen für die Rentenversicherung keine beitragsfreien Zeiten.

Fundstelle: Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Urteil v. 28.06.2016, Az.: L 18 KN 95/15

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Foto: © Online-Redaktion verein-aktuell.de
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Stefan Wagner ist Jurist und Vereinspraktiker.

Er unterrichtet seit Jahren an der Führungsakademie des ...

Stefan Wagner