Dienstag, 28.11.2017 | Autor: Hartmut Fischer, Foto: © Corbis

Ist Geselligkeit von gestern?

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Auch Vereine müssen mit der Zeit gehen. So sind die Gründe, Mitglied eines Vereins zu werden, heute andere als noch vor einigen Jahren. Befragungen haben gerade bei jüngeren Menschen ergeben, dass man aus der Vereinstätigkeit einen Nutzen ziehen will. So möchte man beispielsweise aus der Vereinstätigkeit auch Vorteile für das Berufsleben ziehen. Aber heißt das, dass „das Gesellige“ ausgedient und im modernen Verein nichts mehr zu suchen hat?

 

Menschen suchen die Gemeinschaft

Der Mensch ist nicht gerne alleine. Nun hat man aber Jugendlichen in letzter Zeit unterstellt, dass sie sich lieber einsam im stillen Kämmerlein mit ihren Computerspielen beschäftigen. Doch wer die jüngste „gamescom“ (europäische Leitmesse für Computerspiele) besucht hat, konnte einen interessanten Trend feststellen.

Die Spieleentwickler gestalten verstärkt Spiele, bei denen die Akteure nicht mehr räumlich getrennt sind, sondern gemeinsam in einem Raum diverse Aufgaben mit der Konsole und dem Joystick lösen.

Dies ist ein eindeutiges Indiz dafür, dass man auch hier erkannt hat, dass der Mensch eben nicht dafür geschaffen ist alleine zu sein.

Geselligkeit gehört zur Vereinskultur

Auf der anderen Seite gilt aber auch, dass die Geselligkeit ein wichtiger Faktor in der Vereinskultur ist. Natürlich verfolgt jeder Verein in erster Linie die Ziele, die in der Satzung verankert sind. Aber schließlich opfern die Mitglieder hierfür auch einen Großteil ihrer Freizeit. Dies tun sie aber nur, wenn sie das Gefühl haben, in einer Gruppe mit Gleichgesinnten zu sein, in der sie sich auch wohlfühlen.

Darum ist das gesellige Beisammensein ein wichtiger Faktor, wenn es darum geht, Mitglieder im Verein zu halten und auch neue zu gewinnen.

Manchmal liegt es nur am Namen

Dennoch rümpfen viele Vereinsmitglieder die Nase, wenn der Vorschlag gemacht wird, einen geselligen Abend zu veranstalten. Es kann sein, dass es hier nur die Bezeichnung ist, die auf Ablehnung stößt. Das „gesellige Beisammensein“ hat einen spießbürgerlichen, verstaubten Beigeschmack, der bei vielen Mitgliedern auf Ablehnung stößt, obwohl man sich doch auch wünscht, mit den anderen einfach mal außerhalb des Vereinszwecks zusammen zu sein. Schlagen Sie deshalb besser vor, eine gemeinsame Party zu feiern.

Wer trägt die Kosten?

Interne Vereinsfeste kosten natürlich auch Geld. Da aber über diesen Kanal keine Gewinne für den Verein erwirtschaftet werden, bleiben die Kosten im Rahmen und können durch einen kleinen Obolus der Teilnehmer gedeckt werden. Lassen die Mittel des Vereins es zu, können die Kosten auch bis zu gewissen Grenzen übernommen werden.

Gleichgültig, wer die Kosten trägt – der Feier, Party oder dem Fest tut das keinen Abbruch.

Spontan

Natürlich können Sie das Vereinsfest langfristig vorplanen – manchmal müssen Sie das sogar, wenn beispielsweise Ehrungen der Mitglieder anstehen. Aber es sollte auch möglich sein, an einem Vereinsabend spontan miteinander zu feiern.

Machen Sie sich dabei keine Gedanken über ein „Programm“. Das ist hier nicht nur nicht notwendig, es wird meist auch gar nicht gewünscht. Die Mitglieder wollen sich einfach nur unterhalten, näher kennenlernen und Kontakte knüpfen.

Was nicht sein sollte

Es gibt immer Themen, die im Verein besprochen werden müssen – aber bitte nicht während eines fröhlichen gemeinsamen Abends. Wenn es sich in der Runde ergibt – o.k. Denken Sie immer daran: Die freiwilligen Mitglieder wollen nicht nur für den Verein arbeiten – sie wollen auch, dass der Verein einen Freizeitausgleich bietet.

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Hartmut Fischer ist Inhaber von Wort Macht – Textservice & Ideenschmiede.


Er war Pressesprecher und PR-Leiter eines weltweit agierenden Softwarehauses und ist seit 2005 als ...

Hartmut Fischer