Donnerstag, 23.03.2017 | Autor: Prof. Gerhard Geckle, Foto: © Corbis

Kassenbuchführung – Was wird dazu verlangt?

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  • Kassenbuchführung im Verein
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Viele gemeinnützige Vereine, ob Sport oder etwa im Musiksegment, erfassen nach wie vor ihre (steuerpflichtigen) Einnahmen. U. a. aus Bewirtungen, mit buchhalterischer Zuordnung zum Bereich des wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs (wiG) über eine Barkassenführung.

Vereinzelt gehen Vereine jetzt auch dazu über, ihre bislang im Einsatz befindlichen elektrischen Registrierkassen seit Jahresfang nicht mehr einzusetzen, etwa in der eigenen Vereinsgaststätte oder aus Anlass von Einnahmen über anstehende eigene Vereinsfeste etc.

Denn es kann auf Vereine ein nicht zu unterschätzender hoher finanzieller Aufwand zukommen, wenn man ältere Registrierkassen wieder technisch aufrüsten lassen muss. Denn seit Jahresanfang 2017 ist eine bisherige Übergangsregelung ausgelaufen, seither müssen auch die von Vereinen eingesetzten und verwendeten elektronischen Kassen den gesetzlich geforderten besonderen umfangreichen digitalen Aufzeichnungsvorgaben entsprechen.

Es wäre jedoch nach wie vor zulässig, dass ein Verein – nachvollziehbar – diesen Kostenaufwand scheut und stattdessen wieder auf die Baraufzeichnungen umsteigt. Wobei ein Angebot beim Hersteller/Verleiher oder im Handel etc. abgefragt werden sollte, gerade wenn die Registrierkassen bislang stets im Dauereinsatz waren.

Allerdings muss auch bei Verwendung dieser Barkassen diese auf Vollständigkeit und Richtigkeit der Einnahmen überprüfbar sein, sonst könnten Zuschätzungen drohen (so bereits u. a. BFH, Urteil v. 13.03.2013, X B 16/12).

Verlangt wird daher nach Ansicht der Finanzverwaltung, dass bei Anfertigung des Kassenberichts u. a. der gesamte Bargeldbestand einschließlich Hartgeld täglich gezählt und betragsmäßig erfasst wird.

Vereine sollten daher unbedingt, auch mit Anweisung gegenüber ihren Helfern/ Beschäftigten, gerade bei größeren Veranstaltungen mit Barkassenführung, hierauf achten. Wobei die Kassenberichte sogar zehn Jahre (!) aufbewahrt werden müssten. Es gibt zudem auch hierfür einsetzbare Vordrucke und Aufzeichnungshilfen.

Auch gibt es Standardsoftware beim PC- Einsatz, wenn man über eine sog. Excel-Kassenbuchführung diese Aufzeichnungspflichten erfüllen möchte. Allerdings werden diese Programme über Eigenerfassungen am PC nur dann steuerlich anerkannt, wenn technisch nachträgliche Änderungen ausgeschlossen sind.

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Foto: © Online-Redaktion verein-aktuell.de
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Prof. Gerhard Geckle ist Fachanwalt für Steuerrecht und selbstständiger Rechtsanwalt in der Kanzlei Dr. Stilz, Behrens & Partner mit Sitz in Freiburg.

Prof. Geckle ist u. a. Referent ...

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