Freitag, 13.07.2012 | Autor: Hartmut Fischer, Betzdorf

Förderprogramm im Verein „Kultur macht stark“

Worum geht´s in diesem Thema
  • Förderprogramm
  • Jugendfreizeit im Verein
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Ab 2013 startet das Bundesministerium für Bildung und Forschung ein Förderprogramm im Verein unter dem Motto „Kultur macht stark“. Gefördert werden außerschulische Angebote für benachteiligte Kinder und Jugendliche. Durch das Förderprogramm sollen beispielsweise Ferienfreizeiten, die einen kulturellen Bezug haben ebenso gefördert werden, wie Musik- oder Theaterinszenierungen und die junge Menschen an bildende Kunst, Musik, Literatur oder die Neuen Medien herangeführt werden.

 

Fragen Sie Ihren Verband zum Förderprogramm

Fördermittel aus dem Förderprogramm können die örtlichen Vereine allerdings nicht direkt beanspruchen. Zuwendungen erhalten bundesweit tätige Verbände, deren Organisationsstruktur bis auf die lokale Ebene reicht. Diese Verbände erhalten Mittel, die auf die lokale Ebene durchgereicht werden sollen.

Die Verbände sollen lokale Bündnisse für Bildung schaffen. Ein Bündnis muss neben einer Gliederung des Verbandes aus mindestens zwei weiteren Partnern bestehen.

Dies können beispielsweise Volkshochschulen, Bibliotheken, Chöre, Musik- und Theatergruppen oder auch andere Vereine sein.

Der Verband erhält also die Gelder, gibt aber die Fördermittel des Bundes an seine lokalen Mitgliedsorganisationen und andere Letztzuwendungsempfänger weiter.

Kein Verband, den Sie zu dem Förderprogramm fragen können?

Organisationen, die keinem Verband angehören, haben die Möglichkeit, auf der Grundlage eines von einem Verband verfassten und von der Vergabe-Jury positiv bewerteten Konzepts Anträge einzureichen. Der Antrag wird dann vom Verband, auf dessen Konzept er basiert, geprüft. Fällt die Prüfung positiv aus, schließt der Verband mit der jeweiligen Einrichtung einen privatrechtlichen Zuwendungsvertrag über die Weiterleitung der erforderlichen Mittel.

Förderprogramm Verein: das wird gefördert

Die angebotenen Maßnahmen sollen sich vordringlich an Kinder und Jugendliche zwischen drei und 18 Jahre wenden, die in sogenannten Risikolagen leben. Als Risikolagen gelten: Arbeitslosigkeit eines oder beider Elternteile, geringes Familieneinkommen, bildungsfernes Elternhaus.

Gefördert werden außerschulische Bildungsmaßnahmen insbesondere der kulturellen Bildung, die sich an Kinder und Jugendliche richten. Sie müssen von den bereits angesprochenen Bündnissen (mindestens drei Organisationen) realisiert werden.

Insbesondere werden Maßnahmen zur Förderung kognitiver Kompetenzen unterstützt. Zu den kognitiven Fähigkeiten zählen beispielsweise die Aufmerksamkeit, die Erinnerung, das Lernen, die Kreativität, das Planen, die Orientierung, die Imagination, die Argumentation, die Introspektion, der Wille, das Glauben und einige mehr.

Außerdem werden Projekte unterstützt, die das soziale Lernen, die Persönlichkeitsbildung und Erfahrungswissen fördern. Hier ist man überzeugt, dass diese Fähigkeiten besonders geeignet sind, Selbstmotivation, Leistungs- und Verantwortungsbereitschaft zu stärken.

Der Kulturbegriff wird in diesem Zusammenhang sehr breit angelegt. Hierzu zählen kulturelle Bildung, alle künstlerischen Sparten bis hin zur Medienbildung und Alltagskultur.

Förderungswürdig wären demnach auch Maßnahmen der Lese- und Sprachförderung. Kulturelle Bildung verbindet kognitive, emotionale und gestalterische Handlungsprozesse. Sie umfasst sowohl die eigene kreative Auseinandersetzung mit den Künsten als auch die aktive Rezeption von Kunst und Kultur. Ein wesentlicher Bestandteil kultureller Bildung ist auch die interkulturelle Bildung.

Zu förderungswürdigen Maßnahmen auf lokaler Ebene können beispielsweise

  • Kurse, Seminare und Veranstaltungen (einmalig oder regelmäßig),
  • Kinder- und Jugendfreizeiten, Ferienakademien (mehrtägig),
  • Patenschafts- und Mentorenprogramme,
  • Qualifizierungsmaßnahmen für die ehrenamtlich tätigen Betreuer,
  • Aktivitäten zur Einbeziehung der Eltern

gehören.

Nicht gefördert werden anderweitig durch öffentliche Mittel geförderte Maßnahmen.

Förderprogramm: die Zeit läuft

Sollten Sie eine Maßnahme mit zwei Partnern auf der lokalen Ebene planen, wenden Sie sich umgehend an Ihren Verband. Ab sofort können Konzepte beim Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eingereicht werden. Die Antragsunterlagen müssen jedoch bis zum 31.07.2012 vorliegen. Sie sind in fünffacher Form in Papierform oder als PDF einzureichen. Sie sollen nicht umfangreicher als 30 Seiten sein (mindestens 11 Pkt. Schriftgröße, Zeilenabstand 1,5). Für die Konzepte muss die vom BMBF vorgegebene Formatvorlage verwendet werden, die seit dem 15.05.2012 online (www.buendnisse-fuer-bildung.de) abrufbar ist.

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 Vereins-Tipp

Zunächst stehen 30 Millionen Euro bereit

Die Förderung beginnt 2013 und erstreckt sich über einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren. 2013 stellt das BMBF dafür 30 Millionen Euro zur Verfügung. Für die Folgejahre ist eine Steigerung auf bis zu 50 Millionen Euro geplant.

Informieren Sie sich umgehend bei Ihrem Verband, wie Sie vorgehen sollen, damit auch Sie von diesem Programm profitieren können.