Mittwoch, 08.02.2017 | Autor: Prof. Gerhard Geckle, Foto: © Corbis

Steuererleichterungen beim Spendenrecht

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Über das umfangreiche bereits geltende Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens v. 18.07.2016, BGBl 2016 I S. 1679 ff. sollen künftig auch (spürbare) Erleichterungen beim Umgang mit Spendenquittungen möglich sein.

Zunächst wurden die bislang recht strengen Vorgaben mit den Aufbewahrungspflichten von Spendenbelegen für die Steuerzahler etwas zurückgefahren: Bei Abgabe der Steuererklärung genügt es, wenn im Hauptvordruck die Angaben zu geleisteten Spenden als zu berücksichtigende Sonderausgaben gemacht werden.

 

Neu: Die Beifügung oder auch getrennte Übersendung von Spendenbelegen, wenn man z. B. mit dem Elster-Programm die eigene ESt-Erklärung erstellt, ist nicht mehr erforderlich.

Mit einer (wichtigen) Einschränkung: Die eigenen vorhandenen Spendenbelege müssen mindestens ein Jahr aufbewahrt werden, um diese auf ausdrückliche Anforderung dem Finanzamt doch noch vorlegen zu können (so § 50 Abs. 8 EStDV). Dies gilt damit auch bereits für die laufende ESt-Erklärung 2016.

Beibehalten wird zudem die Möglichkeit, statt ausgefüllter Spendenquittung den Bareinzahlungsbeleg oder die Buchungsbestätigung eines Kreditinstituts als Spendenbeleg bereitzuhalten – jedoch nur, wenn die Zuwendung jeweils nicht über 200 Euro liegt und es sich nachweisbar um einen gemeinnützigen/steuerbegünstigten Empfänger handelt (§ 50 Abs. 4 Satz 2EStDV).

Neu: Zumindest zukunftsorientiert sind auch die Vorgaben zur künftigen Vereinfachung des Spendenrechts durch problemlose digitale Übermittlung der Zuwendungsbestätigungen ausgerichtet.

Mit einem aktuellen Schreiben des Bundesfinanzministeriums (BMF) werden diese neuen Abläufe zur Modernisierung auch des Spendennachweisverfahrens kurz präzisiert und sind daher auch von den Finanzämtern so zu beachten.

Wenn ein gemeinnütziger Verein/Verband oder eine andere steuerbegünstigte Körperschaft/ Organisation gemeinsam den Weg mit dem Finanzamt in die digitale Spendenwelt beschreitet, können die vielen Spender als Nachweis für ihre finanzielle Unterstützung künftig dann die Spendenbescheinigung per E-Mail vom Spendenempfänger erhalten.

Gerade bei aktiven Spendensammelorganisationen oder Vereinen mit großer Mitgliederzahl und entsprechendem Spendenvolumen zur Realisierung der Satzungszwecke wird dann die sonst bisher übliche Übersendung der Spendenbescheinigung meist gleich zum Jahresanfang per Brief entbehrlich. Damit lassen sich sicherlich auch spürbar die Verwaltungskosten bei diesen Großvereinen durch Portoeinsparungen reduzieren.

Dies setzt voraus, dass der Spendenempfänger, z.B. der gemeinnützige Verein, die künftige digitale Übersendung dem Vereinsfinanzamt anzeigt“. Also dies mitteilt und sicherstellt, dass die maschinell erstellten Zuwendungsbestätigungen dann auf elektronischem Weg in Form schreibgeschützter Dokumente dem Spender als  E-Mail-Empfänger zugehen.

Was natürlich auch voraussetzt, dass mit Hinweis auf die Textform die eigenen Mitglieder oder Nichtmitglieder dann auch sicherlich künftig viele Vereinsförderer/Spender ihre E-Mail-Adressen zuvor offengelegt haben.

Wobei es für die Steuer-Abzugsberechtigung über die ESt-Erklärung oder auch KSt-Erklärung bei Kapitalgesellschaften beim Spender dann unerheblich ist, ob der Spendenempfänger den Ausdruck des entsprechenden Dokuments selbst übernimmt oder dies, was zu erwarten ist, gleich dem Spender selbst überlässt.

BMF-Schreiben vom 06. Februar 2017, IV C4 S 2223/07/0012 

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Prof. Gerhard Geckle ist Fachanwalt für Steuerrecht und selbstständiger Rechtsanwalt in der Kanzlei Dr. Stilz, Behrens & Partner mit Sitz in Freiburg.

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