Donnerstag, 29.06.2017 | Autor: Hartmut Fischer, Foto: © MEV Verlag GmbH

Spendenakquise für den Verein - die 7 häufigsten Fallen

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  • Spendenakquise für den Verein
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„Das Geld liegt auf der Straße“, behauptet der Volksmund. Doch wer in einem Verein für die Finanzen verantwortlich ist, weiß, dass das nicht stimmt. Im Gegenteil: Für Vereine wird es immer schwerer, an die nötigen Mittel zu kommen, um die Vereinsarbeit sicherzustellen.

Gerade die Kassen der Kommunen sind leer und die Förderung von hier scheint fast zu versiegen. Den Unternehmern und Geschäftsinhabern sitzt das Geld nicht mehr so locker und eine Anhebung der Beiträge würde Mitglieder kosten, sodass es so gut wie keine Mehreingaben geben würde. Gleichzeitig steigen aber die Anforderungen der Öffentlichkeit und der Vereinsmitglieder.

Anforderungen, die letztlich auch einen höheren Finanzbedarf fordern. Gerade wenn es um Spenden geht, bedarf es eines gut durchdachten Managements, das schon vor dem eigentlichen Spendensammeln beginnt.

 

1. Spenden sind keine Almosen

Die Ziele des Vereins sind „gemeinnützig“ – sie nutzen nicht nur der Allgemeinheit. Durch die Übernahme vieler Aufgaben, die sonst von der öffentlichen Hand finanziert werden müssten, spart der Verein letztlich allen Steuerzahlern bares Geld. Darum hat ein Verein auch ein Recht, Spenden zu sammeln. Das sollten die Mitglieder selbstbewusst tun – so überzeugt man potenzielle Spender besser als mit der „Mitleidsmasche“.

2. Nicht jeder ist zum Spendensammeln geeignet

Nicht jedem liegt es, andere Menschen um Unterstützung zu bitten – selbst, wenn es um den eigenen Verein geht. Wer aber unsicher auftritt, wird auch wenig Erfolg haben, frustriert sein und im Extremfall enttäuscht den Verein verlassen. Darum sollte man keine Mitglieder zum Spendensammeln überreden, sondern genau überlegen, wer im Verein wirklich geeignet ist, Spenden zu sammeln, und die Mitglieder auch vor dem ersten Einsatz einweisen und schulen.

3. Spender werden nicht „gepflegt“

Sich über einen Spender zu freuen, ist eine Sache. Doch ihn zu „pflegen“ und zum Dauerunterstützer zu machen eine andere. Mit Eingang der ersten Spende muss deshalb die Pflege des Spenders beginnen, um ihn auch in Zukunft ansprechen zu können, wenn man finanzielle Mittel beschaffen muss. Sonst wird ein großes Potenzial verschenkt. 

4. Der Dank wird vergessen

Bedanken muss man sich bei Spendern immer. Bei Straßensammlungen kann man einen allgemeinen Dank über die Medien formulieren. Bei individuellen – meist größeren Spenden –  sollte sich persönlich (z. B. durch den Vorstand) bedankt werden.

5. Veröffentlichung ohne Rücksprache mit dem Spender

Es ist sicher gut gemeint, wenn Sie die Medien über die großzügige Unterstützung eines Spenders informieren. Es hat auch für ihn einen Werbeeffekt. Dennoch gibt es gute Gründe, warum mancher Spender gar nicht erfreut ist, wenn man seine Spende an das Licht der Öffentlichkeit zerrt. Darum sollten PR-Maßnahmen immer erst einmal mit dem Spender abgestimmt werden. Ist der öffentliche Dank unerwünscht, muss der Verein das akzeptieren.

6. Über das Ergebnis der Spendenaktion wird nicht informiert

Zu jeder Spendenaktion gehört, dass man die Öffentlichkeit über das Ergebnis informiert. Auch wenn das gesteckte Ziel nicht erreicht wurde, muss man darüber informieren, denn die, die gespendet haben, interessiert es, und den anderen kann man klarmachen, warum sie sich an der nächsten Aktion beteiligen sollten.

7. Keine Informationen über die Mittelverwendung

Wer von anderen Geld haben will, muss auch darüber informieren, wofür er es ausgibt. Die regelmäßige Information über die eigene Internetseite ist das Mindeste, was man als Verein tun kann und sollte. Aber auch Presseberichte zu diesem Thema sollten zwei-, dreimal im Jahr an die Medien versandt werden.

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Foto: © Hartmut Fischer, WortMacht
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Hartmut Fischer ist Inhaber von Wort Macht – Textservice & Ideenschmiede.


Er war Pressesprecher und PR-Leiter eines weltweit agierenden Softwarehauses und ist seit 2005 als ...

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