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21.01.2017, 03:47 von klerolProfil ansehen
Allgemeines Forum|Steuerklärung notwendig?
Guten Tag, ich habe ein großes Problem: Ich bin Mitglied in einem Theaterverein (e.V.), der sich gemeinnützig nennt und sich aus öffentlichen Auftritten mit Eintrittsgeldern finanziert. Die Vorstellungen in unserem neuen städtischen Theater sind fast immer ausverkauft und die Presse berichtet teilweise mit 1/1 seitigen Berichten über unsere erfolgreichen Vorstellungen.

Die jährlichen Einnahmen (aus dem Nebenbetrieb Theater, der in der Satzung nicht erwähnt ist)) liegen unter 6.000,- € und bei Anwendung der Kleinunternehmer-Regelung und unter Berücksichtigung der Freibeträge als gemeinnütziger Verein, müssten wir normalerweise keinerlei Steuern zahlen. Leider hat der Vereinsvorstand (Eingetragen ins Vereinsregister 2013) bis zum heutigen Tage weder eine Steuererklärung abgegeben, noch wurde ein Antrag auf vorläufige Erteilung der Gemeinnützigkeit beim Finanzamt gestellt. Unsere Satzung enthält keinen Hinweis darauf, dass wir unsere Tätigkeit mit öffentlichen Auftritten finanzieren, oder was wir mit den Einnahmen machen. Einmal jährlich wird wegen der Gemeinnützigkeit ein Betrag von 50,- € an eine Gemeinnützige Organisation gespendet und der Rest der vereinnahmten Gelder verbleibt in der Kasse, ohne das es ein Verwendungszweck hierfür angegeben wird. Von den Einnahmen werden auch keine gemeinnützigen Tätigkeiten finanziert die zum wohle der Fortbildung dienen, oder anderem.

Bis heute wurde noch nie eine Steuererklärung abgegeben, weil wir laut unserem Vorstand einen Freibetrag haben und daher keine Erklärung abgeben müssen. Ich denke, dass hiermit die Kleinunternehmerpauschale gemeint ist. Eine Umsatzsteuererklärung für die Eintrittsgelder haben wir ebensowenig abgegeben wie einen Antrag auf die Erteilung einer vorläufigen Gemeinnützigkeit beim zuständigen Finanzamt. Unsere Satzung von 2013 beinhaltet keinen Hinweis darauf, wie die Vereinsmittel (mit Auftritten) finanziert werden, noch was mit den Überschüssen geschehen soll. Vorstandswechsel wurden bis dato auch noch nicht im Vereinsregister eingetragen und es ist noch der Vereinsgründer als Vorstand eingetragen. Die Satzung entspricht auch nicht den aktuellen Steuergesetzen und es fehlen gerade für die Gemeinnützigkeit wesentliche Teile....

Ich versuche bereits seit 2 Jahren den Vorstand zu warnen, dass wir große Probleme bekommen können, weil wir uns nicht an geltendes Recht halten und erhalte immer nur die Antwort: "Das brauchen wir nicht, was willst Du von mir." Liege ich da so falsch und wir brauchen das alles tatsächlich nicht? Meines Erachtens müssten wir spätestens alle drei Jahre eine Steuererklärung abgeben, gerade auch weil wir uns "gemeinnützig" nennen und durch den Eintrag ins Vereinsregister praktisch auf dem Radar des Finanzamtes stehen. Wir nehmen aber ansonsten Vergünstigungen von anderen Vereinen in Anspruch, die uns unseren Gemeinnützigen Hintergrund glauben. So müssen wir statt der üblichen Saalmiete von 350,- € (zzgl. MwSt.) nur 150,- € ohne MwSt. zahlen.

Ich bin ratlos und weis nicht, was ich auf unserer nächsten Versammlung in 3 Wochen dazu noch sagen soll. Keiner glaubt mir! Ausserdem wurde jetzt noch bekannt, dass der jetzige Vorstand nach der Hälfte der Amtszeit wohl zurücktreten will... Was kann dem Verein passieren... ist das bereits Steuerhinterziehung?

Wie verhalte ich mich als normales Mitglied in einer solchen Situation richtig???? Ich bin an einem Fortbestand sehr interessiert und möchte keine Fehler machen und den Verein vor Rechtsfolgen bewahren.

Für Hilfe wäre ich daher sehr dankbar...

MfG "klerol"Meine Frage
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Alle 1 Antworten
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09.02.2017, 04:15 von RA Timo Lienig
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Laut Ihrer Schilderung sehe ich hier dringend Handlungsbedarf.
Eine Gemeinnützigkeit bekommt man nicht, nur weil sich der Verein "Gemeinnützig" nennt.
Eine Aussage über die Gemeinnützigkeit kann nur das Finanzamt treffen.

Für die Einriechungen von Steuererklärungen, Gemeinnützigkeit etc. ist der Vorstand im Sinne des § 26 BGG zuständig.
Eine einfaches Mitglied kann lediglich die Bedenken dem Vorstand mitteilen oder mittels eines Antrags der Mitgliederversammlung seine auffassung darstellen.
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